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Rücktransport: Versicherer muss nicht alle Kosten tragen

15.06.2015 – Paragraf_Thorben Wengert_pixelioEin Versicherer muss nicht zwangsläufig alle Kosten für einen medizinisch notwendigen Rücktransport übernehmen. Dies entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe mit Urteil vom 7. Mai 2015 (Az.: 12 U 146/14). Der konkrete Fall: ein Ehepaar wollte seinen Urlaub in Frankreich verbringen. Die Frau befand sich allerdings in der 35. Schwangerschaftswoche, so dass es sich bereits um eine Risikoschwangerschaft handelte.

Der zuständige Arzt bejahte zwar zunächst die Reise. Allerdings musste die Frau während des Urlaubs wegen Komplikationen ins Krankenhaus. Dort erhielt sie zunächst einen 48 Stunden wirkenden Wehenhemmer und nach einer Nacht eine “Fit for Fly”-Bescheinigung. Der behandelnde französische Arzt empfahl zudem die Heimreise. Der Ehemann buchte schließlich für sich und seine Frau einen Charterflug – Kostenpunkt: über 10.800 Euro.

Der zuständige Versicherer lehnte allerdings die Kostenübernahme ab mit der Begründung, der Rücktransport mit einem Charterflug nicht medizinisch notwendig gewesen sei. Zudem sei der Versicherungsfall durch die Behandlung im französischen Krankenhaus bereits abgeschlossen gewesen, argumentierte der Versicherer.

Die Richter des OLG Karlsruhe gaben dem Versicherten nur teilweise Recht. Zwar bestätigten sie die medizinische Notwendigkeit einer Rückreise, bemängelten aber die gewählte Art des Rücktransports. So wäre statt eines teuren Charterfluges auch eine Bahnfahrt oder ein Linienflug möglich gewesen. Der Versicherer musste dem Ehemann somit nur 2.000 Euro erstatten. (vwh/td)

Bildquelle: Thorben Wengert / pixelio.de

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