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Riester-Rente auf den Bierdeckel

28.09.2016 – Walter Riester - brsVon VWheute-Hauptstadtkorrespondent Manfred Brüss. Die von Deutschlands größten Maklerpool Fonds Finanz veranstaltete siebte Hauptstadtmesse zog auch diesmal wieder ein großes Fachpublikum und weit über 100 Aussteller an. Zu den Highlights gehörte sicherlich die Diskussion mit Walter Riester über dessen Riester-Rente, wobei die Initiative Pro Riester es sich nicht nehmen ließ, auf einem Bierdeckel nachzuzeichnen, wie vorteilhaft eine Riester-Rente sein kann. Zum Messe-Auftakt wies ex-Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) auf die Stärken des dualen Gesundheitssystems hin.

Der ehemalige Arbeits- und Sozialminister Riester (SPD) ließ es sich auch an seinem 73. Geburtstag nicht nehmen, sich kämpferisch für die staatlich geförderte kapitalgedeckte Altersvorsorge einzutreten. Riester machte klar, dass nach seinen Vorstellungen die nach ihm benannten Altersvorsorge als Obligatorium mit Ausstiegsmöglichkeit und allen Arbeitnehmern, insbesondere auch Selbstständigen, hätte angeboten werden sollen. Und die verwaltungsaufwendige zentrale Zulagenstelle hätte es gar nicht geben müssen, wenn man stattdessen die jeweils zuständigen Finanzämter in die Pflicht genommen hätte. Dies sei aber an der Forderung der Bundesländer nach zusätzlichen 3.000 Finanzbeamten gescheitert.

Riester wiederholte frühere Aussagen, dass die Riester-Rente sich gerade für Geringverdiener rechne. Warum soll eine alleinstehende Mutter mit zwei kleinen Kindern nicht riestern können, zumal schon 60 Euro im Jahr als Eigenbeitrag ausreichen könnten und sie im Gegenzug dafür ihre Zulage von 154 Euro und 600 Euro für die beiden Kinder erhalten würde. Riester machte deutlich, dass es ihm auch heute in den Fingern jucken würde, neuen Schwung in die staatlich geförderte Altersvorsorge zu bringen. Am Rande der Veranstaltung sagte Riester zu VWheute, er halten die Zulagenhöhe auch heute noch für ausreichend. Die Initiative Pro Riester (www.proriester.de), die von der Bayerischen unterstützt wird, präsentierte einen Bierdeckel, auf dem sich im Gegensatz zur Einkommensteuererklärung leicht die Vorteile der Riester-Rente nachvollziehen lassen sollen.

Bahr, heute in Diensten der Allianz Private Krankenversicherung (APKV), warb für die private Krankenversicherung als wichtiges Korrektiv im deutschen dualen Gesundheitssystem, das leistungsstärker als die Gesundheitssysteme in vielen anderen europäischen Nachbarstaaten sei. (siehe KÖPFE)

Die vielen Vortragsangebote zeichneten sich wiederum durch ihre Vielfältigkeit aus und man hätten sich über 20 Weiterbildungspunkte erarbeiten können, wenn es gelingen würde zur selben Zeit an mehreren Orten zu sein. Rechtsanwalt und AfW-Vorstandsmitglied Norman Wirth hielt einen Vortrag zum fast unübersichtlichen “Maklerrecht quer Beet”. Mit der neuen Vermittlerichtlinie (IDD) dürfte Weiterbildung zum Pflichtkatalog werden. Wirth rechnet mit jährlich 15 Pflichtstunden. Eine Frage an seine Zuhörer zeigte, dass schon heute ganz viele Versicherungsvermittler auf freiwilliger Basis bei “gut beraten” mitmachen und Punkte sammeln.

Zur Themenvielfalt gehört aber auch, dass sich Makler rechtzeitig Gedanken über einen geregelten Ausstieg und den Erbfall machen. Die Fachanwältin für Erbrecht Ulrike Specht gab einen Überblick über die möglichen Rechtsfolgen bei einem geregelten Ausstieg und einem plötzlichen Ableben ohne jede Vorsorge. Auf der Messe selbst griff auch der Makler Nachfolger Club (www.makler-nachfolger-club.de) dieses Thema auf.

Und wer sich schließlich über die geschäftliche Entwicklung der Fonds Finanz Maklerservice GmbH informieren wollte, konnte dies aus erste Hand von Tim Bröning einem der beiden Firmenchefs erläutern lassen. Deutschland größter Maklerpool erwartet auch in diesem Jahr Umsätze von wiederum über 100 Millionen Euro, wobei Bestandsprovisionen einen immer größeren Beitrag leisten sollen. Man werde auch über 300 Mitarbeiter stark werden, sagte Bröning. Derzeit gebe es noch 40 offene Stellen. Und da der Arbeitsmarkt in München schwierig sei, wolle man vermehrt Teilzeit anbieten und dank eines Immobilienkaufs auch die Möglichkeit haben, neuen Beschäftigten bei der Wohnung zu helfen. (brs) 

Bild: Riester-Renten-Erfinder Walter Riester (Quelle: brs)

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