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Rente: Mehr Information und weniger Anreiz

18.05.2016 – Rente_Fotolia_102923085Um den Ausbau der privaten Altersvorsorge weiter voranzutreiben, sollte die Bundesregierung weniger auf steuerliche Anreize, und mehr auf bessere Information der Versicherten setzen. Zu diesem Gutachten kommt eine Studie der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), welche der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vorliegt.

Die Forderung: Ein Informationssystem, mit dem die Versicherten anhand standardisierter Berechnungsmethoden einen Gesamtüberblick über die erworbenen Rentenansprüche geben soll. “Deutschland benötigt dringend eine unabhängige, datensicherere Informationsplattform, mit der jeder Bürger seine individuelle Altersvorsorge aus staatlicher Rente und individueller Vorsorge leicht verständlich und verlässlich überschauen kann, wird PwC-Vorstandsprecher Norbert Winkeljohann in der FAZ zitiert. Laut Gutachten kommen zwei Drittel aller Altersvezüge in Deutschland aus der gesetzlichen Rente, allerdings nur neun Prozent aus derprivaten und acht Prozent aus der betrieblichen Altersvorsorge.

Gleichzeitig haben sich auch die Arbeitgeber nun mit einem eigenen Konzept in die Rentendebatte eingeschaltet. “”Wir brauchen Anpassungen unserer Alterssicherungssysteme, damit die gesetzliche Rentenversicherung tatsächlich nachhaltig leistungsfähig und finanzierbar bleibt und die zusätzliche Altersvorsorge ihre Aufgabe erfüllen kann, das Sinken des Rentenniveaus in zumutbarer Weise zu kompensieren”, wird die Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeber (BDA) in der Tageszeitung Die Welt zitiert.

Gleichzeitig warnten die Arbeitgeber die Bundesregierung vor “neuen Fehlern” in der Rentenpolitik. So dürfe die Entscheidung des Gesetzgebers, das Rentenniveau weiter absinken zu lassen, nicht korrigiert werden. Auch die arbeitgeberfinanzierte Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) wandte sich mit einer eigenen Studie strikt gegen eine Fixierung oder Anhebung des aktuellen Rentenniveaus. Dabei taxierte die INSM die Mehrkosten einer Fixierung auf heutigem Stand auf 28 Mrd. Euro im Jahr 2029.

Der Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) forderte indes, die Beiträge früher in kleinen Schritten anzuheben, so dass für die Beschäftigten im Jahr 2029 im Schnitt elf Euro höhere Kosten pro Monat anfallen würden. Mit einer privaten Vorsorge könne die Rentenlücke zudem nicht gestopft werden, DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

Die Rücklagen der Deutschen Rentenversicherung sind nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur im vergangenen Jahr auf rund 32,6 Mrd. Euro. Neben saisonalen Effekten seien vor allem die Mütterrente und die abschlagsfreie Rente mit 63 für die Ausweitung der Leistungsausschüttungen verantwortlich. 2014 lagen die Rücklagen der Rentenkasse noch auf einem Rekordniveau von 35 Mrd. Euro. “Trotz der rückläufigen Nachhaltigkeitsrücklage kann der Beitragssatz nach den Vorausberechnungen bis 2020 stabil bleiben”, heißt es seitens der Rentenversicherung. (vwh/td)

Bildquelle: Fotolia

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