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Regulierung und LVRG im Zentrum der Kritik

02.10.2014 – Zitzmann_remArmin Zitzmann, Vorstandschef der Nürnberger, kritisiert, dass Regulierung seitens der Politik ohne Not betrieben werde. Denn ein Marktversagen – die Voraussetzung für Regulierungsnotwendigkeit – ist weit und breit nicht zu erkennen. Er sieht die Risikotragfähigkeit der Branche durch das LVRG gefährdet.

Beim Nordbayerischen Versicherungstag stimmte Armin Zitzmann in die massive Kritik am LVRG ein. Mit der Anhebung der Versichertenbeteiligung an den Risikoüberschüssen von 75 auf 90 Prozent gefährde die Politik nun – nachdem sie gerade den Fehler bei der Beteiligung von vorzeitig beendeten Lebensversicherungsverträgen an den Bewertungsreserven von festverzinslichen Wertpapieren korrigiert habe – die künftige Risikotragfähigkeit der Branche.

Die immer stärkere Regulierungsintensität, mit der sich sowohl die Versicherungsunternehmen wie die Vermittlerschaft konfrontiert sehen, beherrschte massiv den 9. Nordbayerischen Versicherungstag in Nürnberg. Einen leichten Stand hatten die staatlichen Vertreter, Werner Kerkloh vom Bundesfinanzministerium und Albert Füracker, Staatssekretär im bayerischen Finanzministerium, der den kurzfristig verhinderten Staatminister Markus Söder vertrat, wahrlich nicht.

Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute e.V., bezichtigte Politik und „selbst ernannte, im Thema meist unqualifizierte Verbraucherschützer“, durch ihre ständig neuen Regulierungsattacken mit der Vermittlerschaft mehr oder weniger grundlos einen ganzen Berufsstand zu ruinieren, der in den vergangenen fünf Jahrzehnten eine wesentliche sozialpolitische Aufgabe geleistet habe und diesen Beitrag vor allem wegen der demografischen Entwicklung auch in Zukunft leisten sollte.

Zugleich warnte er die Versicherer davor, Provisionssätze abzusenken und die Provisionshaftung zu verlängern, weil dies das LVRG nicht „hergibt“. Genau dies werde jedoch nun notwendig, signalisierte Hans-Joachim Rauscher, Vertriebschef bei der Nürnberger. Er forderte die Unternehmen und die Vermittler-Verbände daher eindringlich auf, sich schnellstens darüber Gedanken zu machen, wie die Existenz-Gefährdung erheblicher Teile der Vermittlerschaft durch betriebswirtschaftliche Optimierungs-Maßnahmen in den Agenturen bewältigt werden könne.

In der Assekuranz, so der beim Nordbayerischen Versicherungstag vermittelte Eindruck, hat angesichts des heftigen Gegenwindes von vielen Seiten inzwischen offensichtlich eine beachtliche Panikstimmung Platz gegriffen. Mit Ulrich Schürenkrämer, Mitglied des Management Committee Deutschland der Deutschen Bank AG, hatte die diesjährige Gastgeberin der Veranstaltung, Nadine Gatzert, Vorstandsvorsitzende des Forum V und Inhaberin des Lehrstuhls für Versicherungswirtschaft und Risikomanagement an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberger, daher vorsorglich erstmals auch einen Referenten aus der Kreditwirtschaft geladen, nachdem diese Branche in dieser Hinsicht inzwischen schon etwas mehr Erfahrung sammeln musste.

Der überraschte mit der Botschaft, dass die eigentliche Herausforderung für alle Finanzdienstleister mehr noch als in der Reaktion auf die regulatorischen Rahmenbedingungen in der Anpassung an das durch das Internet veränderte Kundenverhalten bestehe. Seine – nicht zuletzt für die Vermittler Hoffnung gebende – Empfehlung dazu lautete, der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Kunden-Berater-Bindung weit mehr Aufmerksamkeit zu widmen als bislang. (rem)

Foto: Armin Zitzmann, Nürnberger Versicherungen (Quelle: rem)

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