Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Regierung verteidigt Rechnungszins-Verfahren der PKV

28.09.2015 – Die Bundesregierung sieht keinen Reformbedarf in der PKV. “Das gesetzliche Verfahren, mit dem das Erfordernis einer Beitragsanpassung festgestellt wird, hat sich bewährt”, teilen Regierungssprecher auf eine kleine Anfrage der Linken mit. Nach Informationen der Regierung sind die durchschnittlichen Monatsbeiträge zur Privaten Krankenversicherung im vergangenen Jahr um 0,4 Prozent gesunken.

236 Euro gibt ein Vollversicherter im Schnitt für die Private Krankenversicherung aus, teilt ein Sprecher der Bundesregierung mit, das waren 0,4 Prozent weniger als im Jahr 2013. Die Linke hatte die Regierung zu Beitragserhöhungen in der PKV befragt. Tatsächlich sind die durchschnittlichen Monatsbeiträge seit dem Jahr 2008 von 207 auf jetzt 236 Euro gestiegen, ist dem Bericht der Bundesregierung zu entnehmen. Die Krankenversicherer haben die Beiträge in den vergangenen sieben Jahren um durchschnittlich 2,2 (2012) bis 5,7 Prozent (2010) erhöht.

Nach der Einführung der Unisex-Tarife im Jahr 2013 blieben die Beiträge stabil. Doch man geht in der Branche davon aus, dass dies nicht dauerhaft gehalten werden kann. Die Bafin ermittelt anhand der neu anzulegenden Kapitalanlagen den Aktuariellen Unternehmenszins (AUZ). Liegt er unter dem Höchstrechnungszins von 3,5 Prozent, muss der Krankenversicherer seine Kalkulation anpassen.

Im vergangenen Jahr lag bei 17 von insgesamt 40 privaten Krankenversicherern der AUZ unter dem ursprünglichen Rechnungszins, im Jahr 2013 war das bei elf privaten Krankenversicherern der Fall, in diesem Jahr bei zwei. Wegen der medizinischen Inflation und der rückläufigen Kapitalerträge werden die Privatversicherer die Beiträge nicht auf Dauer stabil halten können, ist Assekurata überzeugt. Nach den jetzt veröffentlichten Zahlen der Aufsicht würden die Anpassungen 2,6 Millionen Vollversicherte direkt betreffen.

Seit einem Jahr arbeiten die Privaten Krankenversicherer an neuen brancheneinheitlichen Mechanismen zur Beitragsanpassung. Der Verband möchte vermeiden, dass es in einzelnen Tarifen zu außerordentlich hohen Beitragssprüngen kommt. (ba)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten