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Psychische Belastung: Gefahren im Unternehmen schematisch erfassen

19.03.2015 – Sandrock_iaaFür eine Gefährdungsbeurteilung, wie sie nach dem Arbeitsschutzgesetz vorgeschrieben ist, braucht es zunächst eine adäquate Tätigkeitserfassung. Das empfiehlt Stephan Sandrock vom Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (Ifaa) vor dem Hintergrund der Neuregelungen zur Beurteilung psychischer Belastung am Arbeitsplatz.

Eine Gefährdungsbeurteilung im Betrieb hinsichtlich psychischer Belastung ist seit Oktober 2013 Pflicht. “Es geht darum, eine Gefährdung der Tätigkeiten zu erfassen und nicht um die Lösung von eventuellen Problemen eines einzelnen Mitarbeiters”, sagt Stephan Sandrock, Leiter der Fachgruppe Arbeits- und Leistungsfähigkeit am Ifaa. “Das heißt konkret, die Arbeitsplätze müssen hinsichtlich ihrer psychischen Belastung und nicht bezogen auf die persönlichen Beanspruchung des einzelnen Mitarbeiters erfasst und bewertet werden.”

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Sandrock schlägt schematische Vorgehensweise (siehe Grafik) vor, um zu einer Dokumentation zu kommen. Sein Fazit: “Unsere Empfehlung bei der Umsetzung lautet: das Verfahren wählen, was zum Unternehmen passt, den Aufwand dabei berücksichtigen, den Betriebsrat und die Beschäftigten möglichst früh einbinden und vor allem das Thema im Unternehmen nicht zu emotionalisieren.”

Unterdessen haben Gesundheitsexperten eine bessere Vorbeugung gegen Burnout und andere psychische Belastungen am Arbeitsplatz gefordert. Hier seien vor allem die Betriebsärzte in der Pflicht. In München hat gestern ein Kongress der Gesellschaft für Arbeitsmedizin begonnen. Daran nehmen 700 Gesundheitsexperten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. (vwh/ku)

Bild: Stephan Sandrock, Leiter der Fachgruppe Arbeits- und Leistungsfähigkeit am ifaa. (Quelle: ifaa)

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