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Problem der Geldwäsche wurde zu lange unterschätzt

10.03.2016 – Geld Koffer by_Bernd Kasper_pixelio.de - Windows-FotoanzeigeVon Andreas Glotz, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Geldwäscheprävention. Die politische Debatte darüber, ob wir in Zukunft unsere Brötchen morgens beim Bäcker noch bar bezahlen dürfen oder gar durch ein Verbot der Barzahlung vom Grundgesetz definierte Freiheitsrechte verlieren, geht an den Herausforderungen der Realität völlig vorbei. Eine jetzt veröffentlichte Studie zeigt, dass in Deutschland viel mehr Geld gewaschen wird, als bislang angenommen. Das geht auch Vermittler etwas an.

Etwa 100 Mrd. Euro werden jährlich in Deutschland aus kriminellen Vortaten und im Rahmen der Terrorfinanzierung in Umlauf gebracht. Bislang ging man von einem Betrag von etwa 50 bis 55 Mrd. Euro aus, der jährlich in Deutschland gewaschen wurde. Ein Gemisch aus hoher Rechtssicherheit, politischer Stabilität und unzureichender Geldwäscheprävention macht Deutschland so beliebt, heißt es in einer Studie (“Dunkelfeldstudie über den Umfang der Geldwäsche in Deutschland und über die Geldwäscherisiken in einzelnen Wirtschaftssektoren”) der Universität Halle-Wittenberg. Die vom Bundesfinanzministerium in Auftrag gegebene Untersuchung attestiert der Geldwäsche hierzulande sehr hohes Wachstumspotenzial.

Zu unrecht lehnen sich Versicherungsvermittler zurück mit dem Hinweis, Prämien für kapitalbildende Versicherungsprodukte würden selten bar (mit möglicher Ausnahme bei inkassierenden Maklern) entrichtet. Die vom Geldwäschegesetz vorgeschriebenen Überprüfungen übernehme schließlich das Versicherungsunternehmen, argumentieren sie, eine dramatisch falsche Denkweise!

Bei den Pflichten des Geldwäschegesetzes handelt es sich um genuine Eigenverpflichtungen des Vermittlers oder eines Pools. Weder die einen noch die anderen können sagen: “Das macht alles das Versicherungsunternehmen, damit habe ich doch nichts zu tun”. Die Realität spricht hier eine eindeutige Sprache: Versicherungsunternehmen und Banken zögern überhaupt nicht mit der Abgabe einer Verdachtsmeldung beim Bundeskriminalamt, auch nicht gegen die eigenen Vertriebspartner. Um der Strafbarkeit wegen leichtfertiger Geldwäsche (§ 261 Abs. 5 StGB) zu entgehen, haben Vermittler die Pflichten des Geldwäschegesetzes zu erfüllen.

Andreas Glotz, Tanja Brüggemann und Martin Kramer erklären in ihrem VVW-Ratgeber “Geldwäscheprävention in der Versicherungsvermittlung”, wie Vermittler den Präventionsgedanken des Geldwäschegesetzes mit wenig Aufwand in ihre Geschäftsabläufe integrieren können und wie sie die Thematik in Kundengespräche und den Arbeitsalltag integrieren können.

Bildquelle: Bernd Kasper / pixelio.de

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