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Private Pflege: Absicherung weiter ausbaufähig

26.09.2014 – Deutschland hinkt in Bezug auf die private Absicherung gegen die finanziellen Folgen der Pflegebedürftigkeit hinterher. Dies will eine Langzeitauswertung der Plansecur-Finanzstudien zeigen, die seit 2003 erhoben wird. Auch die aktuellen Bestrebungen hinsichtlich der gesetzlichen Pflegeversicherung ändern laut PKV nichts am Bedarf an privater Pflegezusatzversicherung.

Die Antworten auf die Frage, ob die Verbraucher ausreichend gegen die erhöhten Kosten im Pflegefall abgesichert seien, erreichten seit 2003 konstant Werte über 80 Prozent für die beiden Kategorien „keine Zustimmung“ und „eingeschränkte Zustimmung“.

Im Jahr 2009 lag mit 92,5 Prozent der Höchstwert der jüngeren Vergangenheit. Auch die – seit 2011 öffentlich diskutierte – Einführung der staatlich geförderten Vorsorge („Pflege-Bahr“) hat der Absicherungsform nicht zum entscheidenden Durchbruch verholfen. Bei den Studien 2012, 2013 und 2014 landete die unzureichende Absicherung gegen die finanziellen Folgen der Pflegebedürftigkeit unangefochten auf dem ersten Rang – weit vor Risiken wie einer Unterversorgung bei Tod des Partners, bei Rentenbeginn oder bei dem Einkommensausfall, der aufgrund einer Berufsunfähigkeit oder eines Krankheitsfalls auftritt.

Gesundheitsexperten halten indes die aktuell von der Bundesregierung geplante Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung im Grundsatz für richtig und unverzichtbar, sehen aber ernste Probleme in einigen wichtigen Detailregelungen. Bei einer öffentlichen Anhörung des Gesundheitsausschusses am Mittwoch im Bundestag wiesen die Fachleute darauf hin, dass ungeachtet der vorgesehenen Beitragssatzanhebung um 0,5 Prozentpunkte in dieser Legislaturperiode das Reformprojekt finanziell wohl nicht ausreichend abgesichert sei.

Besonders heftig fiel die Expertenkritik am Vorsorgefonds aus, der ab 2015 mit 0,1 Beitragssatzpunkten (pro Jahr rund 1,2 Milliarden Euro) 20 Jahre lang aufgebaut werden soll. Der Wirtschaftsforscher Eckart Bomsdorf von der Universität Köln rechnete vor, dass die Beitragssatzentlastung auf dem Höhepunkt der Versorgungskurve mit wenig mehr als 0,1 Prozentpunkten marginal wäre.

“An der Notwendigkeit ergänzender Pflegevorsorge hat sich seit der Verabschiedung des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes im Jahr 2012 nichts geändert”, stellt der PKV in seiner Stellungnahme zum aktuellen Entwurf klar. (vwh)

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