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G20: Systemrelevanz mit Polit-Popstar Merkel

17.11.2014 – BierachVon VWheute-Korrespondentin Barbara Bierach.

Der G20-Gipfel in Brisbane war geprägt von einem wesentlichen Thema, das auch die Versicherungswirtschaft umtreibt: Ist der Klimawandel hauptsächlich eine politische Frage für die Zukunft – oder liegt Klimaschutz etwa im Herzen jeder vernünftigen zeitgenössischen ökonomischen Diskussion?

Während die Gipfelteilnehmer um die Ukraine-Krise und den Klimaschutz stritten, wurde Angela Merkel von den Australiern gefeiert wie ein Popstar. Das Schlusskommuniqué des G20-Gipfeltreffens in Brisbane enthält nun jedenefalls eine Passage, die die Industrienationen auffordert, sich doch bitte großzügig am Green Energy Fund der Vereinten Nationen zu beteiligen.

Der Gastgeber – Australiens konservative Regierung unter Tony Abbott – hatte monatelang versucht, die Frage nach dem Weltklima aus dem diesjährigen Gipfel auszuklammern, schließlich ist Kohle eines der wichtigsten Exportgüter des Landes. Sein Fokus: mehr Wachstum, mehr Infrastruktur, gerechtere Steuersysteme und eine stabilere Finanzwelt.

Doch dann steckten Barack Obama und Xi Jinping in Peking die Köpfe zusammen und änderten mit ihrem Klima-Abkommen den Takt. Würde sich Australien nun auf mit den USA vergleichbare Ziele einlassen, würde das extrem teuer. Letztlich jedoch setzten sich die USA durch: Obama ging voran und versprach drei Mrd. US$ für den Green Climate Funds, Japan 1,5 Mrd US$ – insgesamt kamen so bis Sonntag abend Ortszeit acht Mrd US$ zusammen; bis zum Ende des Monats sollen es zehn bis 15 Mrd US$ werden.

Inzwischen versuchte der australische Finanzminister Joe Hockey, den Fokus zurück auf rein ökonomische Fragen zu lenken. Sein Argument: „Nur wer Geld in der Bank hat, kann in Klimaschutz investieren“. Die Weltwirtschaft kam in den Diskussionen am Ende dann auch keineswegs zu kurz. Die G20-Regierungschefs haben sich auf 800 Einzelmaßnahmen geeinigt, die das globale Wachstum in den kommenden fünf Jahren um 2,1 Prozent anheben sollen, was laut Schätzungen des IWF zu einem Plus von zwei Billiarden Dollar im BSP der Welt führen und Millionen von Jobs schaffen werden.

Angela Merkel wurde bei einem Spaziergang durch Brisbane gefeiert wie ein Popstar und ließ sich willig mit Einheimischen fotografieren. Zu ihren Ehren wurde in den Kneipen sogar Nenas alter Hit „99 Luftballons“ gespielt. In den sozialen Medien spielte das Land verrückt: „Angela hat unglaubliches Charisma“ hieß es da beispielsweise. Wladimir Putin verließ den G20-Gipfel dagegen als erster – er sei müde, ließ er verlauten.

Dass das Financial Stability Board (FSB) in Brisbane Pläne für eine bessere Risikoausstattung der systemrelevanten Banken präsentierte, wird der deutschen Delegation gut ins Konzept gepasst haben. Damit für eine Bankenrettung nicht wie bisher der Steuerzahler in die Tasche greifen muss, sollen die weltgrößten Banken nach FSB- Plänen 16 bis 20 Prozent ihres Risikokapitals in Form von Aktien und kündbaren Schulden vorhalten.

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