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Bilanzen für Betriebsrenten werden ein wenig entlastet

29.01.2016 – Die Bundesregierung hat jetzt beschlossen, Unternehmen bei Berechnung der Rücklagen für die Betriebsrente zu entlasten. Das Beratungsunternehmen Mercer sieht darin einen faulen Kompromiss, denn die ursprünglichen Forderungen gingen deutlich weiter.

Geplant ist, für die Kalkulation des Zinssatzes zur Berechnung von Rückstellungen für Betriebsrenten den Durchschnitt der vergangenen zehn Geschäftsjahre zugrunde zu legen statt wie bisher sieben Jahre, “eine deutlich schwächere Lösung als gewünscht”, kritisiert Mercer. Für die Absicherung der zugesagten und garantierten betrieblichen Pensionen müssen die Unternehmen abgezinste Rückstellungen bilden. Der Zinssatz – von der Bundesbank festgelegt – entspricht aktuell noch dem Mittel des Marktzinses der letzten sieben Jahre. Je mehr dieser Wert sinkt, umso stärker steigen die rückzustellenden Betriebsmittel. Hier hatte unlängst Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), angesichts der Niedrigzinsphase dringenden Handlungsbedarf angemahnt.

“Größere Unternehmen haben ihre Bücher aber ohnehin bereits geschlossen. Hier kommt der Gesetzentwurf ein halbes Jahr zu spät”, geht das zur Marsh & Mc Lennan gehörende Unternehmen weiter ins Detail.

Zinsprognose

(Klicken zum Vergößern) Grafik: Der Rechnungszins für die bAV (Prognose: Mercer)

Pascal Bazzazi von lbav.de rechnet in seiner Analyse vor: Mit jedem Prozentpunkt, den die Zinsen fallen, erhöhen sich die Pensionsrückstellungen um etwa 15 bis 20 Prozent, ohne dass auf der Aktivseite Wertsteigerungen aus Zinsänderungen entsprechend gezeigt werden dürfen. Selbst aus Kreisen der Koalitionsparteien werden Stimmen laut, denen der Entwurf nicht weit genug geht. Andere Stimmen fürchten bürokratisches Ungemach durch die mit der neuen Rechnungsgrundlage verbundene Ausschüttungssperre.

Im vergangenen Herbst hatte man sich noch nicht durchringen können, einen Entwurf an das Bausparkassengesetz zu hängen. Zur Stärkung und Verbreitung der Betriebsrente entwickelt aktuell das Bundessozialministerium das sogenannte Tarifpartnermodell (siehe DOSSIER). (vwh/ku)

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