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PKV erklärt in Berlin ihre wirtschaftliche Bedeutung

24.06.2016 – uwe_laue_brsDer öffentlich Teil der Jahtestagung des PKV-Verbandes stand im Zeichen der Wertschätzung des dualen Gesundheitssystems durch die Bürger und der wirtschaftliche Bedeutung der PKV. Ansonsten konnte Verbandsvorsitzender Uwe Laue nur verhaltenen Optimismus verbreiten, schließlich sei er Realist. Die Große Koalition habe in Bezug auf die PKV eine “Art gesundheitspolitisches Stillhalte-Abkommen” geschlossen.

Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach erklärte, für 80 Prozent der Deutschen habe eine gute Versorgung im Krankheitsfall hohe Priorität. Bei den Ärzten werde das duale Gesundheitssystems von PKV und gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) sogar von 90 Prozent geschätzt. Und auch mit Blick auf die Entwicklung in den kommenden zehn Jahren sei eine Mehrheit der Menschen optimistisch, dass das Leistungsniveau gehalten werden könne. Und den Menschen sei auch klar, dass die Kosten im Gesundheitswesen kontinuierlich steigen würden.

Den politischen Part übernahm der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn, ohne dass er aber auf das duales Gesundheitssystem oder die Nöte der PKV einging. Der Koalitionspartner SPD lasse eben keine Reformen zugunsten der PKV zu. Dass erkennt auch Laue so. Die neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und die Neuregelungen zur Vermeidung von starken Beitragserhöhungssprüngen werden wohl in der Schublade verharren. Spahn unterließ auch jegliche Kritik an der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), machte aber auch deutlich, dass er nichts davon halte, wenn der Bund zehnjährige Staatsanleihen quasi zum Nulltarif begeben könne. Wir haben zu wenig Wachstum, das die Inflation beschleunigen würde, sagte Spahn.

Laue äußerte sich optimistisch, dass es im Kerngeschäft, der Krankenvollversicherung, gelingen wird, wieder zu Wachstumszahlen zu kommen. Im vergangenen Jahr war die Versichertenzahl in der Krankenvollversicherung um 47.100 oder 0,5 Prozent auf noch 8.787.300 erneut gesunken. Dafür wird aber bei den Zusatzversicherungen, insbesondere im Pflegebereich, weiter Wachstum generiert.

Angesichts der gesetzlichen Vorgaben seien Beitragssprünge, die immer wieder für Aufregung in den Medien sorgten, nicht zu vermeiden, sagte Laue. Natürlich würden die Versicherten lieber regelmäßige allmähliche Beitragserhöhungen hinnehmen als nach vielleicht fünf Jahren Stabilität eine im zweistelligen Bereich. Leienbach sagte, es werde auch völlig vergessen, dass es in der GKV zu regelmäßigen Beitragserhöhungen komme. Dies sei bei jeder Gehaltserhöhung so und zudem werden die Beitragsbemessungsgrenze regelmäßig angehoben.

Im Auftrag des PKV-Verbands untersucht das Darmstädter Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR die Bedeutung der PKV für die Volkswirtschaft. WifOR erstellt bereits für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Übersichten über die Bedeutung des Gesundheitswesens insgesamt für die deutsche Volkswirtschaft. Immerhin erreicht dieser Sektor eine Bruttowertschöpfung von 324 Milliarden Euro, was einem Anteil von 12,0 Prozent am Bruttoinlandsprodukt entspricht.

WifOR-Geschäftsführer Dennis A. Ostwald gab einen ersten vorläufigen Überblick über die Ergebnisse für die PKV. Der “erste Schritt des ökonomischen Fußabdrucks” zeige, dass die PKV eine hohe Impulswirkung auf die Wirtschaft habe, sagte Ostwald. So würden pro einem Euro Wertschöpfung in der PKV 2,10 Euro Wertschöpfung in der deutschen Volkswirtschaft geschaffen. Und mit jedem Arbeitsplatz in der PKV seien 4,6 Arbeitsplätze in anderen Unternehmen in Deutschland verbunden. (brs)

Bild: PKV-Präsident Uwe Laue (Quelle: brs)

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