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PKV geht juristisch gegen irreführende Werbung vor

29.08.2014 – leienbach-150Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) geht juristisch gegen fragwürdige Werbung à la „PKV ab 59 Euro” vor. Derartige Werbetricks seien rufschädigend. Die Urheber entsprechender Werbeangebote erhalten eine Abmahnung. Sie werden zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung aufgefordert, für jeden Fall der Zuwiderhandlung drohen Strafzahlungen.

„Werbungen für Tarifangebote zu einem Preis, der so am Markt nicht verfügbar ist, sind unzutreffend und damit irreführend. Sie verstoßen gegen die Vorschriften des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. Dies gilt auch für das Verschweigen wesentlicher Merkmale, wenn beworbene Tarife nicht die typischen Leistungen einer privaten Krankenversicherung umfassen“, erklärt Volker Leienbach, Direktor des PKV-Verbandes.

Eine Umfrage bei den PKV-Mitgliedsunternehmen hat ergeben, dass zu den in einschlägigen Werbungen genannten Billigst-Beiträgen kein Tarif bekannt ist, der den üblichen Schutzumfang einer privaten Krankenversicherung bietet (darunter z.B. freie Arztwahl, Unterkunft in Ein- oder Zweibettzimmern, Chefarztbehandlung). Soweit es bei PKV-Unternehmen einzelne Tarife mit derart geringen Beiträgen gibt, sind sie an sehr enge Voraussetzungen geknüpft und beziehen sich auf spezielle Zielgruppen wie z.B. Studenten, Beamtenanwärter oder Meisterschüler. Solche Tarife werden aber in der Regel ohne Alterungsrückstellungen kalkuliert, weil sie nur für vorübergehende Lebensphasen gelten. Sie entsprechen nicht der typischen privaten Krankenvollversicherung.

Bei einigen dieser scheinbaren Billig-Angebote liegt laut PKV-Verband der Verdacht nahe, dass es sich gar nicht um Werbung für reale Versicherungen handelt, sondern andere Absichten dahinterstecken. Meist würden diese Werbeanzeigen direkt zu Internet-Fragebögen führen, wo persönliche Daten abgefragt werden, die sich anschließend gewinnbringend für völlig andere Zwecke vermarkten lassen.

Praxistests von Verbraucherschutz-Journalisten hätten zutage gebracht, dass sie in keinem einzigen Fall nach dem Ausfüllen solcher Fragebögen ein konkretes Versicherungsangebot erhalten haben, stattdessen aber z.B. ein versehentlich bestelltes Zeitschriften-Abonnement. Leienbach: „Neben dem Ärger für die irregeführten Verbraucher sind diese angeblichen Billig-Angebote auch aus Sicht der PKV ein großes Ärgernis. Sie beschädigen das Ansehen der PKV, die für besonders hochwertigen Versicherungsschutz und für eine umfassende Gesundheitsversorgung steht.“ (vwh)

Foto: Volker Leienbach, Direktor des PKV-Verbandes (Quelle: PKV-Verband)

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