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PKV: Einbruch beim Pflege-Bahr und Aussicht auf höhere Beiträge trüben den Ausblick

11.06.2015 – Die private Krankenversicherung (PKV) steht mit Blick auf die versicherungstechnische Erfolgslage momentan besser da als je zuvor. Allerdings, so ein weiterer Befund des Assekurata-Marktausblickes, sind Beitragssteigerungen unumgänglich. Einen Einbruch der Nachfrage konstatiert die Rating-Agentur indes beim Pflege-Bahr.

Speziell beim so genannten Pflege-Bahr sei die PKV im zweiten Jahr nach dessen Einführung deutlich unter den Erwartungen geblieben. Das Ziel von einer Million Verträgen wurde bereits 2013 mit rund 350.000 Abschlüssen deutlich verfehlt, dokumentiert der Assekurata Marktausblick. 2014 stieg die Zahl nach Verbandsangaben auf knapp 550.000 Verträge, etwas mehr als die Hälfte dessen, was ursprünglich auch von Seiten der Politik als Erwartung gesetzt wurde.

Zusammen mit der ungeförderten Pflege-Ergänzungsversicherung wuchs im abgelaufenen Geschäftsjahr die Zahl der Policen netto nur noch um rund 300.000. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Wachstum damit halbiert.

Assekurata_PKV

(Klicken zum Vergrößern) Grafik: Durchschnittliche Beitragsanpassungssätze bei den von Assekurata gerateten Krankenversicherungsunternehmen (Quelle: Assekurata)

“Doch nicht nur die PKV, sondern auch die gesetzlichen Krankenkassen stehen aufgrund perspektivisch steigender Zusatzbeiträge vor Finanzierungsherausforderungen”, betont Gerhard Reichl. “Die PKV tut hier gut daran, vor allem ihre Hausaufgaben zu einer Beitragsentlastung von Versicherten im Bestand umzusetzen.”

Gründe für Beitragssteigerungen nach zuletzt stabilen Jahren sind laut Assekurata neben dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld auch das rückläufige Storno, wozu auch das geringe Neugeschäft beiträgt. Der Provisionsdeckel und vielmehr noch die Einführung von Unisex hätten dafür gesorgt, dass das Storno bei beziehungsweise zwischen den PKV-Unternehmen deutlich nachlässt.

Die derzeitige Wachstumsschwäche in der Vollversicherung bringe im Hinblick auf die Ertragslage auch entlastende Effekte für die Unternehmen mit sich. Sinkende Abschlusskosten in Verbindung mit einer aktuell positiven Schadenentwicklung führen zu höheren versicherungsgeschäftlichen Ergebnissen. Somit steht die private Krankenversicherung (PKV) mit Blick auf die versicherungstechnische Erfolgslage momentan besser da als je zuvor, meldet die Rating-Agentur Assekurata.

Darüber hinaus müssen die Unternehmen bei geringerem Wachstum auch weniger Geld am Kapitalmarkt anlegen – kurzfristig ein positiver Umstand bei den aktuell niedrigen Zinsen. Auf Dauer werden diese aber Beitragssteigerungen forcieren. (vwh/ku)

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