Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

PKV aktuell mit relativer Planungssicherheit

04.12.2014 – Weber_debekaBeitrag von Roland Weber, Vorstandsmitglied der Debeka. Die letzte Bundestagswahl brachte eine Große Koalition, die das Thema PKV – und damit verbunden eine Bürgerversicherung – nicht in den Koalitionsvertrag aufgenommen hat. Damit hat die PKV derzeit eine relative Planungssicherheit, die sie nutzt, um noch bestehende Kritikpunkte an der PKV auszuräumen bzw. zu entkräften.

Sie will damit auch unter Beweis stellen, dass die PKV ein voll funktionsfähiges, sozialpolitisches Instrument innerhalb des dualen Krankenversicherungssystems in Deutschland ist. Hier einige Beispiele:

Ende der „Rosinenpickerei“ – Aufnahmegarantie: Viele PKV-Unternehmen bieten mittlerweile eine Aufnahmegarantie für Interessenten an, die sich erstmals privat krankenversichern können. Dies gilt für Beamtenanfänger schon seit Jahrzehnten. Sie können sich zu erleichterten Bedingungen – also ohne Leistungsausschlüsse und mit einem maximalen Risikozuschlag von dreißig Prozent – privat krankenversichern. Diese Regelung wurde zwischenzeitlich von einigen Versicherern auch auf Arbeitnehmer ausgedehnt.

Beiträge im Alter: Immer wieder wird kritisiert, dass die PKV-Beiträge im Alter deutlich steigen. Fast reflexartig – und leider nicht immer reflektiert und recherchiert – werden da Horrorzahlen produziert, die zwar in Einzelfällen und bestimmten Konstellationen vorkommen, aber die Gesamtsituation nicht annähernd widerspiegeln. Viele PKV-Unternehmen haben in den letzten Jahren ihre Beiträge stabil halten können – das gilt auch für das Jahr 2015. Beispielsweise bei der Debeka zahlen selbst ältere Beamte monatlich nicht mehr als 200 Euro und ältere Angestellte und Selbstständige nicht mehr als 500 Euro. Viele ältere Versicherte ab 80 Jahren kommen zudem in Genuss von Beitragssenkungen.

Wechselrecht in der PKV: Das Tarifwechselrecht nach § 204 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) garantiert den Privatversicherten, einmal getroffene Tarifentscheidungen revidieren und zu jedem Zeitpunkt ihrer Versichertenbiografie auch in andere Tarife ihres Unternehmens wechseln zu können. Um das Tarifwechselrecht zu stärken, hat der PKV-Verband „Leitlinien der Privaten Krankenversicherung für einen transparenten und kundenorientieren Tarifwechsel“ erarbeitet und am 14. Oktober 2014 auf seiner Homepage veröffentlicht. Um die Wahlfreiheit in der Privaten Krankenversicherung zu stärken, wird seit Jahrzehnten und bislang ohne überzeugendes Ergebnis über das Instrument einer Portabilität der Alterungsrückstellung beim Unternehmenswechsel diskutiert.

Mit der nachträglichen Schaffung portabler Alterungsrückstellungen für Altverträge würde sich der Gesetzgeber erhebliche verfassungsrechtliche und sozialpolitische Risiken einhandeln. Die immer wieder geforderte Portabilität von der PKV zur GKV wäre ohnehin eine verfassungswidrige Zweckentfremdung und Enteignung. Alle Anstrengungen sollten zunächst darauf gerichtet sein, den unternehmensinternen Tarifwechsel zu erleichtern.

Der Beitrag ist die Faktensammlung zur Rede, die Roland Weber gestern bei der Tagung des vzbv zur Positionierung der PKV gehalten hat.

Bild: Roland Weber, Vorstandsmitglied der Debeka Krankenversicherung. (Quelle: Debeka)

Tags: ,
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten