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Pflegeversicherung soll Teilkasko-Schutz bleiben

18.06.2015 – karl-josef-laumann-150Mit dem Pflegestärkungsgesetz 2 wird die Bundesregierung die Definition von Pflegebedürftigkeit ändern. Altersdemenz wird dann im Pflegekatalog mit enthalten sein. “Das wird 2,5 Mrd. Euro kosten, etwa die Hälfte der Beitragserhöhung”, sagte Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU) auf der Jahrestagung der PKV gestern in Berlin.

Mit der Neuauflage des Pflegestärkungsgesetzes wird die gesetzliche Pflegeversicherung auch bei Demenz zahlen. Bisher war dies ein Alleinstellungsmerkmal der privaten Pflegezusatzversicherungen. Die vollstationäre Versorgung eines Pflegebedürftigen kostet zwischen 2.500 (Pflegestufe 1) und 3.400 Euro (Pflegestufe 3) im Monat. Weniger als die Hälfte wird von der gesetzlichen Pflegeversicherung übernommen.

Wohnen, Essen und Trinken, dafür müssen die Betroffenen und ihre Angehörigen selber aufkommen. Daran soll sich nichts ändern, bekräftige Karl-Josef Laumann. “Pflege soll eine Teilkaskoversicherung bleiben”, sagte der CDU-Sozialpolitiker vor etwa 150 Teilnehmern der PKV-Jahrestagung.

Laumann will die Ausbildung zur Pflegekraft mit der Ausbildung zum Krankenpfleger zusammenführen. “Wir müssen den Pflegeberuf aufwerten”, sagte er. “Das ist nicht allein eine Frage der Bezahlung.” Sechs Bundesländer verlangen für die Ausbildung zur Pflegekraft Schulgeld. Laumann will dies abschaffen. Pflegekräfte sollten so viel verdienen wie ein Schlosser, sagte er.

Derzeit arbeiten 700.000 Menschen in Pflegeberufen, ein großer Teil davon in Teilzeit. Pro Jahr steigt der Bedarf an qualifizierten Kräften um 20.000. Mit flexiblen Übergängen von Teil- zur Vollzeit will Laumann den Bedarf zumindest teilweise decken. (ba)
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Uwe Laue, Vorstandsvorsitzender des PKV-Verbandes

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Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherer

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Uwe Laue, Vorstandsvorsitzender des PKV-Verbandes

Bild: Pflege soll weiterhin eine Teilkaskoversicherung bleiben, sagt Staatssekretär Karl-Josef Laumann. (Quelle: Karl-Josef Laumann)

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