Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Pflegerisiko nicht als Drama verkaufen

11.09.2014 – pkv_forum_podium_usk_2014_02_150Das Pflegerisiko sollte Kunden nicht als Drama vermittelt werden. Das ist die praktische Erfahrung von René Schneider, Vorstandsmitglied der Deutschen Vorsorgedatenbank AG. „Erst nachdem wir in unseren Beratungen vor allem die ambulante Pflege thematisiert haben, konnten wir unsere Erfolgsquote steigern“, erläuterte Schneider anlässlich einer Podiumsdiskussion auf dem 14. PKV-Forum der Continentale Krankenversicherung in Köln.

Zwar hat nach einer Umfrage der Continentale rund 82 Prozent der Bevölkerung Angst davor, zum Pflegefall zu werden, doch lediglich drei Prozent haben bisher privat mit einer Pflegezusatzversicherung vorgesorgt. Dabei sind sich die Experten einig, dass die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung künftig deutlich reduziert werden müssen. Derzeit würde die Politik aber genau die falschen Signale senden. Die Pflegereform, die in zwei Schritten 2015 und 2016 verwirklicht werden soll, führt zu deutlichen Leistungsausweitungen.

Trotzdem reichen nach Ansicht von Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg, die geplanten Erhöhungen des Beitragssatzes bei weitem nicht aus. So sei der mit 0,1 Prozent ab 2015 angesparte Kapitalstock von 20 Milliarden Euro, der erst ab 2030 wieder ausgezahlt werden soll, vollkommen unzureichend. Nach Berechnung des Wissenschaftlers wären tatsächlich 1.300 Milliarden Euro notwendig. Raffelhüschen geht von enormen Preissteigerungen aus, weil die Pflegekräfte immer teurer würden und immer mehr Menschen statt zuhause im Heim gepflegt werden müssen. Derzeit liegt die Quote der deutlich teureren Heimpflege erst bei 30 Prozent. Raffelhüschen rechnet in der Pflege mit jährlichen Preissteigerungen von bis zu 7,5 Prozent. Daher sei es nur eine Frage der Zeit, wann die gesetzlichen Pflegeleistungen wieder gekürzt werden müssten. Die private Vorsorge werde daher immer wichtiger.

„Kinder sollten sich heute selbst schützen und mit ihren Eltern das Gespräch suchen und zudem eigene Beiträge für die zusätzliche private Pflegevorsorge der Eltern leisten“, forderte Kölner Rechtsanwalt Theo Langheid. Immerhin müssten sie später, sollte das Vermögen der Eltern aufgebraucht sein, für deren Pflegeaufwand haften. Das sei in der Öffentlichkeit viel zu wenig bekannt. Die Experten bemängelten immer noch eine hohe Unwissenheit über den Umfang der gesetzlichen Pflege. Es sei vielen immer noch nicht bekannt, dass der gesetzliche Schutz nur eine Teilkaskoversicherung ist. Nach Meinung von Experte Scheider ist das Bewusstsein für zusätzlichen Pflegeschutz auch bei Versicherungsvermittlern noch nicht angekommen. „Sehr viele haben selbst keine Zusatzversicherung abgeschlossen“, schätzt Schneider. Damit mehr Vermittler das schwierige Thema ansprechen, versprach Christoph Helmich, Vorstandsmitglied der Continentale, die Attraktivität der Pflegezusatzversicherung zu erhöhen. (usk)

Bild: Podiumsdiskussion auf dem diesjährigen 14. PKV-Forum der Continentale. (Quelle: usk)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten