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Pflegereform sichert weiter nur Grundversorgung

06.11.2014 – Kantak_SDK„Die Pflegereform nimmt zwar etwas Druck aus dem System der gesetzlichen Pflegeversicherung, sie wird aber weiterhin nur eine Grundversorgung sichern“, kommentiert Ralf Kantak, Vorstandsvorsitzender der Süddeutschen Krankenversicherung (SDK), die Pflegereform von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Denn trotz Reform bleibe die gesetzliche Pflegeversicherung nur eine finanzielle Grundversorgung. Kosten von etwa 2.000 Euro müssten, so die SDK in einer aktuellen Stellungnahme, im Pflegefall auch weiterhin selbst oder von den Familienangehörigen getragen werden.

Die durchschnittlichen monatlichen Kosten für die Pflege eines Menschen in der schwersten Pflegestufe 3 betragen laut SDK bei stationärer Pflege rund 3.700 Euro, bei ambulanter Versorgung sind es etwas weniger. Die gesetzliche Leistung liegt in beiden Fällen allerdings nur bei 1.550 Euro. Die Differenz von über 2.000 Euro muss, trotz Pflegereform, weiterhin aus eigener Tasche gezahlt werden, bis alle finanziellen Reserven aufgebraucht sind.

Am 1. Januar 2015 soll das neue Pflegestärkungsgesetz in Kraft treten, so die Pläne des Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe. Der Bundesrat muss dem Gesetzentwurf am kommenden Freitag noch zustimmen. Die Pflegereform sieht vor, den Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung um 0,3 Punkte auf 2,35 Prozent (bei Kinderlosen auf 2,6 Prozent) zu erhöhen. 2017 folgt dann in einem zweiten Schritt eine Steigerung um weitere 0,2 Prozentpunkte. So sollen rund 3,6 Milliarden Euro mehr eingenommen werden. Dieses Geld wird für bessere Leistungen in der Pflege eingesetzt – erstmals auch für einen Vorsorgefonds, in den jährlich etwa 1,2 Milliarden fließen werden.

„Bei den Menschen darf jetzt nicht der Eindruck entstehen, dass mit dem neuen Pflegegesetz alle Probleme gelöst werden”, warnt Kantak vor falscher Sicherheit: “Eine eigene Vorsorge, zum Beispiel in Form einer privaten Pflegezusatzversicherung, wird unerlässlich bleiben.“ (vwh)

Foto: Ralf Kantak, Vorstandschef der SDK (Quelle: SDK)

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