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Pflegereform ist den Deutschen unbekannt

07.11.2016 – Pflege_by_Karl-Heinz Laube_pixelioMit dem Inkrafttreten des neuen Pflegestärkungsgesetz II im Januar 2017 werden sich wesentliche Bestandteile der Pflegeversicherung. Während das Thema bei den privaten Krankenversicherern bereits ganz oben auf der Tagesordnung steht, scheinen die Deutschen selbst diesem Thema weitgehend aus dem Weg zu gehen, wie eine aktuelle Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) belegen soll.

Demnach gaben rund 51 Prozent der Befragten gaben an, keinerlei Kenntnis von den Neuerungen zu haben. 38 Prozent haben immerhin von dem neuen Gesetz gehört oder gelesen. Allerdings hat sich nur rund jeder Zehnte – also elf Prozent – bereits aktiv über die neuen Regelungen informiert.

Zudem gaben laut Umfrage der TK vier von zehn Befragten an, sich noch keinerlei Gedanken in eigener Sache zum Thema Pflegeversicherung gemacht zu haben. Besonders sorglos scheinen dabei vor allem die Befragten mit einem höheren Bildungsabschluss zu sein. Demnach haben sich 46 Prozent noch nicht mit dem Thema Pflege beschäftigt.

Allerdings scheint das Interesse daran mit zunehmendem Alter deutlich anzusteigen, glaubt man der Umfrage. Während sich in der Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen noch 61 Prozent überhaupt nicht beschäftigt haben, trifft dies bei den über 60-Jährigen nur noch auf rund jeden Vierten (27 Prozent) zu.

Zudem scheint nicht nur das Alter die Affinität zur Pflege zu beeinflussen: So haben sich zwei Drittel der Menschen, die in einer Beziehung leben, bereits mit dem Thema beschäftigt. Unter den Singles sind es hingegen 53 Prozent. Die Hauptgründe für das mangelnde Interesse in der Vorsorge sieht die TK vor allem in den Finanzen: 68 Prozent derjenigen, die die eigene Vorsorge kritisch sehen, nannten hierfür Kostengründe als wesentliches Motiv. Besonders für Frauen (73 Prozent) scheint dies noch wesentlich häufiger eine Rolle zu spielen als bei Männern mit 61 Prozent.

Dabei setzen anscheinend vor allem die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen 58 Prozent der Befragten bei der Pflege auf ein tatkräftiges soziales Umfeld. Auf den Staat vertraut hingegen nur knapp jeder Dritte (31 Prozent). Ein Teil der Befragten blendet das Thema laut TK sogar schlichtweg aus. Demnach haben sich 41 Prozent noch nicht mit der eigenen Vorsorge befasst. Immerhin jeder Fünfte der Befragten – nämlich 21 Prozent – sieht es als wenig wahrscheinlich an, selbst ein Pflegefall zu werden.

“Die Zahlen zeigen, dass vielen durchaus bewusst ist, wie wichtig Vorsorge für einen möglichen Pflegefall ist. Andererseits fehlen der Wille und teilweise auch die Möglichkeiten, sich vorzubereiten. Es ist menschlich verständlich, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema schwerfällt. Angesichts der steigenden Zahl Pflegebedürftiger in den kommenden Jahren, empfiehlt es sich aber, die aktuellen Veränderungen zum Anlass zu nehmen, um sich mit dem Thema zu befassen”, kommentiert Georg van Elst, Pflegeexperte der TK, die Umfrageergebnisse. (vwh/td)

Bildquelle: Karl-Heinz Laube / pixelio.de

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