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Pflege-Infrastruktur mit Nachholbedarf

29.09.2015 – Pimpertz_Jochen_IWkoelnDie Politik setze derzeit auf mehr ambulante Pflege durch Angehörige und Ehrenamtliche. Realistisch ist das nicht, warnt IW-Forscher Jochen Pimpertz: “Bislang fehlen empirische Beweise dafür, dass die familiäre oder nachbarschaftliche Pflege steigt.” Bundesweit sieht er eher einen Trend hin zu mehr professioneller Pflege. Die These: um die Pflege-Infrastruktur in Deutschland ist es nicht gut bestellt.

2,6 Mio. Menschen waren 2013 in Deutschland pflegebedürftig, diese Zahl dürfte nach IW-Schätzungen bis zum Jahr 2030 um bis zu 828.000 steigen. Bundesweit müssten dafür bis zu 220.000 Plätze mehr in Pflegeheimen geschaffen werden. Die Bundesländer sind auf diesen Trend unterschiedlich vorbereitet: Nordrhein-Westfalen etwa muss fast 48.000 zusätzliche Pflegeplätze schaffen, in Bayern sind es knapp 23.000, in Baden-Württemberg 29.000. Einzig das Saarland müsste bei einer höheren Auslastung der bereits vorhandenen Pflegeheime kaum nachrüsten – hier fehlen nur etwa 1.000 Plätze.

“Die Politik muss der Realität ins Auge sehen und schnell reagieren”, sagt Pimpertz. “Denn der notwendige Ausbau der Infrastruktur braucht Zeit.” Dabei sollten die Länder keine Versorgungsart bevorzugen, sondern Investitionen in alle Bereiche attraktiv machen. (vwh/ku)

Bild: Jochen Pimpertz, Leiter Öffentliche Finanzen, Soziale Sicherung, Verteilung, Institut für Wirtschaft Köln. (Quelle: IW Köln)

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