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Pflege-Bahr boomt

12.03.2014 – Pflege_barmerGut ein Jahr nach der Einführung des “Pflege-Bahr” erleben die staatlich geförderten Zusatzversicherungen enormen Zulauf. Bis Ende Januar schlossen laut PKV mehr als 400.000 Bürger solche Policen ab. Nach schleppendem Start vor gut einem Jahr seiem Ende 2013 weit über 1.000 solche Versicherungen pro Arbeitstag abgeschlossen worden.

Der Vorsitzende des PKV-Verbands, Uwe Laue, sagte: “Angesichts der stark gestiegenen Nachfrage rechnen wir damit, dass die geförderte Pflegezusatzversicherung in diesem Jahr die stolze Marke von einer Million Verträgen erreichen kann.”

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn (CDU), nannte die neuen Zahlen einen großen Erfolg. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, warnte indes: “Die heutige Verzinsung und die geringen Ansparraten werden die Versicherten nicht davor bewahren können, dass Pflege arm macht.” In der Koalition bahnt sich unterdessen Streit an, ob Beiträge von Kinderlosen in der Pflegeversicherung noch stärker angehoben werden sollen. Mit solchen zusätzlichen Einnahmen solle die geplante Rücklage für später steigenden Pflegebedarf aufgestockt werden, sagte Spahn der Berliner Zeitung (Dienstag). “Ich kann mir vorstellen, dass wir den Beitragssatz für Kinderlose künftig weiter erhöhen und diese zusätzlichen Einnahmen dann in den Fonds stecken.”

Hilde Mattheis (SPD) erklärte: “Eine höhere Belastung von kinderlosen Versicherten sieht der Koalitionsvertrag hingegen nicht vor.” Tags zuvor hatte sich Koalitionspartner Spahn genau dies aber noch vorstellen können.

Der Pflegebeitragssatz soll bereits nach den bisherigen Plänen von 2,05 Prozent (Kinderlose: 2,3 Prozent) zum 1.1.2015 um 0,3 Punkte steigen. 0,2 sollen später für eine stärkere Einbeziehung vor allem Demenzkranker dazukommen. Rund 1,2 Mrd. Euro sollen ab 2015 in einen Vorsorgefonds fließen, um bei geburtenstarken Jahrgängen um 2035 verstärkt nötig werdende Pflege besser bezahlen zu können. Laut Experten könnten in rund 15 Jahren 3,4 Millionen Menschen pflegebedürftig sein – rund eine Million mehr als heute.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) nannte in der ARD zudem folgendes Ziel für die geplante Reform: “Angemessene Ausstattung der Pflegeeinrichtung mit Personal, damit man der Situation des ganz konkret Pflegebedürftigen besser gerecht werden kann.”

Foto: Die staatliche Pflege-Zusatzversicherung stellt sich als großer Erfolg dar. (Quelle: Barmer Ersatzkasse)

Link: Schon bald über vier Millionen Pflegefälle (Tagesreport 25.02.2014)

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