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Pauschales Ende des Garantiezinses in der Kritik

09.10.2015 – Garantie_Rainer Sturm_pixelioDie Deutsche Aktuarvereinigung fordert die Beibehaltung des Höchstrechnungszinses in der klassischen Lebensversicherung mit Übergangsregeln. Auch der GDV sieht die Pläne des Bundesfinanzministeriums kritisch, ganz auf den Garantiezins zu verzichten.

“Zur Gewährleistung langlaufender Lebensversicherungsprodukte mit Zinsgarantien, die nicht gegen Zinsänderungsrisiken abgesichert sind, ist auch in Zukunft eine Vorgabe für den höchstzulässigen Rechnungszins nötig”, kommentiert Peter Schwark, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des GDV.

Wilhelm Schneemeier, Vorstandsvorsitzender der DAV fordert für die klassische Produktwelt eine alternative Regelung: In den ersten 15 Jahren soll der Höchstrechnungszins ein fester Zinssatz sein, der sich am Kapitalmarkt orientiert; in der Zeit danach ein vorsichtigerer Wert, der der langfristigen volkswirtschaftlichen Erwartung mit einem Sicherheitsabschlag folgt und ebenfalls bereits anfänglich festgelegt wird.

“Ohne die Begrenzung durch einen Höchstrechnungszins würden hier bei steigenden Marktzinsen wieder langfristige Zinsgarantien möglich sein, die am Kapitalmarkt nicht abgesichert werden können. Eine Situation wie die heutige würde Solvency II alleine nicht verhindern können”, warnt er.

Auch der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) kritisiert die Pläne des Bundesfinanzministeriums, allerdings mit einer etwas anderen Stoßrichtung (siehe VERTRIEB).

Ein aktueller Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums zur Deckungsrückstellungsverordnung (DeckRV) sieht einen Höchstrechnungszins – und somit eine Begrenzung der Zinsgarantien – nur noch für kleine Lebensversicherer und Pensionskassen vor, während für große Unternehmen allein auf die neuen Eigenkapitalvorschriften von Solvency II abgestellt wird. (vwh/ku)

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

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