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Nur teilweise arbeitsunfähig – Versicherung muss trotzdem zahlen

26.07.2013 – Ein privat versicherter Rechtsanwalt behielt nach einem Schlaganfall eine Lesestörung zurück, seinen Beruf konnte er deshalb nur noch eingeschränkt ausüben. Mit dem Hinweis, er könne weiter mit seinen Mandanten sprechen, verweigerte seine Versicherung Zahlungen wie das Krankentagegeld. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe sah das anders.

Wie im jetzt bekannt gewordenen Urteil vom 3. April dieses Jahres musste die private Krankenversicherung knapp 37.000 Euro an Krankentagegeld (361 Tage à 102,40 Euro) an den Rechtsanwalt nachzahlen. Begründung des BGH: Einen Rechtsanwalt treffen bei der Bearbeitung jedes Mandats umfassende Sorgfaltspflichten, weswegen er bei eingeschränktem Lesevermögen vollständig anspruchsberechtigt ist. Die Konzentration auf einfacherer Fälle und Mandanten, sowie eine Fortbildung ausschließlich über Vorträge, sei realitätsfremd und eine teilweise Wiederherstellung der Gesundheit nicht gegeben. Wer nur einzelne Tätigkeiten ausüben kann, die isoliert keinen Sinn haben, sei arbeitsunfähig, so der BGH.
Bundesgerichtshof Az. IV ZR 239/11

Link: BGH-Urteil

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