Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Niedrigzinspolitik drückt auf Pensionspläne

08.08.2014 – Draghi-2Die geopolitische Lage berge Abwärtsrisiken, EZB-Chef Mario Draghi sieht dennoch eine “fortgesetzt moderate und unausgewogene Erholung der Wirtschaft in der Eurozone.” Die Leitzinsen bleiben weiter unverändert, was laut einer aktuellen Towers Watson Studie negative Auswirkungen auf Pensionspläne deutscher Unternehmen haben wird.

Die Notenbank hatte bei ihrer jüngsten Sitzung den Hauptrefinanzierungssatz bei 0,15 Prozent belassen. Der Zinssatz für Notfallliquidität beträgt 0,40 Prozent, während der Satz für Einlagen der Banken bei der EZB bei minus 0,10 Prozent liegt.

Die anhaltende Niedrigzinspolitik in der Euro-Zone zeigt deutliche Auswirkungen auf die Pensionspläne deutscher Unternehmen. In der ersten Jahreshälfte rutschte der Ausfinanzierungsgrad der DAX-Pensionspläne auf 61,3 Prozent, ein Minus von vier Prozentpunkten gegenüber dem Jahresende 2013 (65,3 Prozent). Auch der Ausfinanzierungsgrad der Pensionspläne im MDAX ging von 51,4 Prozent auf 48,1 Prozent (-3,3 Prozentpunkte) zurück. Das zeigt die Modellberechnung „German Pension Finance Watch“ der Unternehmensberatung Towers Watson. Die Ursache für den Rückgang sehen die Towers-Watson-Experten im Absinken des Rechnungszinses auf 3,07 Prozent. Ende 2013 lag er noch bei 3,65 Prozent.

Pensions Index

(Klicken zum Vergrößern) Entwicklung der Pensionsverpflichtungen bei DAX-, DAX 100- und MDAX-Unternehmen. (Quelle: Towers Watson)

Durch die niedrigen Zinsen wird für die Unternehmen der Spagat zwischen den Kosten für die betriebliche Altersversorgung (bAV) und dem Anspruch, den eigenen Mitarbeitern möglichst attraktive Angebote zu machen, schwieriger. „Eine Konsequenz des niedrigen Zinsniveaus und des erneut gesunkenen Rechnungszinses ist, dass alle bestehenden Pensionslösungen mit festen Zinszusagen in den letzten Jahren teurer geworden sind”, konstatiert Thomas Jasper, Leiter des Beratungsbereichs Retirement Solutions bei Towers Watson.

Im ersten Halbjahr 2014 zeigte das Planvermögen der DAX-Pensionspläne mit einem Plus von 4,3 Prozent einen moderaten Anstieg. Die Rendite des angelegten Kapitals belief sich in diesem Zeitraum auf 5,5 Prozent. Stärkster Renditetreiber waren die globalen Aktienpositionen, die um rund sieben Prozent zulegen konnten. Damit trugen sie mehr zur Rendite bei als die europäischen Aktienwerte, die ein Plus von 5,6 Prozent aufwiesen. Die Anleihenpositionen, die mit 62 Prozent den größten Anteil im Portfolio der DAX-Pensionspläne einnehmen, erzielten eine Rendite von sechs Prozent. Lediglich die Immobilienwerte wiesen mit -0,8 Prozent eine negative Rendite auf.

„Das Absinken des Rechnungszinses hat die deutschen Pensionspläne sichtbar getroffen. Gleichwohl haben Schwankungen in diesem Rahmen keine direkten Auswirkungen auf die sehr langfristig orientierte betriebliche Altersversorgung“, resümiert Jasper. „Eine Entspannung auf der Zinsseite ist aus heutiger Sicht noch nicht absehbar.” (vwh)

Bild: EZB-Präsident Mario Draghi senkt die Zinsen vorerst nicht weiter ab. (Quelle: EZB)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten