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Niedrigzinsen: Aba fordert Anpassung des Bilanzrechts

28.05.2015 – Die Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (Aba) fordert eine „umgehende Anpassung des Bilanzrechts“ aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase. Der Fachverband sieht auf die betroffenen Unternehmen hohe bilanzielle Zusatzbelastungen bei der Bewertung von Pensionsrückstellungen zukommen und drängt den Gesetzgeber zum schnellen Handeln.

„Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und des aktuellen Bilanzrechts werden Unternehmen mit rückstellungsfinanzierten Direktzusagen bis Ende 2017 bilanzielle Zusatzbelastungen von jährlich 35 bis 45 Mrd. Euro tragen müssen. Das ist weder akzeptabel noch erforderlich“, sagte Stefan Oecking, Mitglied des Aba-Vorstandes und Leiter der Aba-Fachvereinigung Mathematischer Sachverständiger, anlässlich der Vorstellung eines entsprechenden Aba-Positionspapiers in Berlin.

Sei bei den Bewertungen der Pensionsverpflichtungen von rund 40.000 Unternehmen zum 31. Dezember 2014 noch ein Zinssatz von 4,5 Prozent angesetzt worden, so werde sich dieser bis Ende 2017 auf 2,7 Prozent vermindern. Die Folge wären hohe, steuerlich nicht wirksame Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen, heißt es. Dieser Mehraufwand belaste die betroffenen Unternehmen sehr, vermindere dort Eigenkapital und Kreditwürdigkeit und bringe den Arbeitnehmern nicht mehr Sicherheit für ihre Betriebsrenten.

In besonderem Maße sind aus Sicht von Aba vor allem die Unternehmen betroffen, die innenfinanzierte Pensionszusagen nach wie vor mit hohen Garantien versehen haben. Diese Zusatzbelastung der Arbeitgeber aus der betrieblichen Altersversorgung werde die Bereitschaft, zur Alterssicherung der Arbeitnehmer beizutragen und hierbei auch Garantien auszusprechen, nachhaltig schädigen.

Um die Situation zu entschärfen, zeigte Oecking drei mögliche gesetzgeberische Maßnahmen auf: Die Ausweitung der Zinsdurchschnittsbildung von 7 auf 15 Jahre; die Schaffung der Möglichkeit, die Effekte aus einer über zum Beispiel 0,25 Prozentpunkte hinausgehenden Zinsminderung gleichfalls auf 15 Jahre zu verteilen; sowie den Übergang vom Einheitszins zum Staffelzins.

„Wichtig ist, dass der Gesetzgeber schnell handelt. Es wäre wünschenswert, wenn Unternehmen mit Bilanztermin 30. September schon von entsprechenden Anpassungen profitieren könnten“, so Oecking. (vwh/ks)

Link: Aba-Positionspapier

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