Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Nicht erkanntes Darmkarzinom kein ärztlicher Behandlungsfehler

04.07.2013 – Ein Gynäkologe darf eine Patientin mit Unterleibsschmerzen nach dem Ausschluss eines pathologischen, gynäkologischen Befundes zur weiteren Abklärung an einen Urologen überweisen und muss zunächst keine weitergehen-den Untersuchungen veranlassen.

Er haftet nicht, wenn die Patientin ihn in der Folgezeit nicht erneut kontaktiert und später aufgrund eines erst ca. sechs Monate nach der gynäkologischen Behandlung diagnostizierten Darmkarzinoms verstirbt. Das hat der 26. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm mit Urteil vom 21.05.2013 unter Bestätigung der erstinstanzlichen Entscheidung des Landgerichts Bielefeld entschieden. Die seinerzeit 50 Jahre alte Patientin aus Lübbecke ließ sich aufgrund von Unterleibsschmerzen im Oktober 2007 vom beklagten Gynäkologen aus Lübbecke behandeln. Im April 2008 ließ die Patientin aufgrund zunehmender Schmerzen eine Darmspiegelung durchführen, in deren Folge ein Darmkarzinom festgestellt wurde. An dieser Erkrankung verstarb die Patientin im Jahre 2010. Die die Patientin beerbenden Kinder haben vom Beklagten Schadensersatz, u.a. ein Schmerzensgeld in Höhe von 30.000 Euro mit der Begründung verlangt, der Beklagte habe behandlungsfehlerhaft weitergehende Untersuchungen ihrer Mutter durch CT/MRT bzw. eine Darmspiegelung unterlassen. Bei fachgerechtem Vorgehen wäre das Karzinom früher festgestellt worden und eine Heilung der Mutter möglich gewesen. Der 26. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm hat das Schadensersatz-begehren abgewiesen.

Urteil des 26. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm (Az 26 U 140/12)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten