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Neuer Tarifvertrag für die Versicherungswirtschaft

26.05.2015 – tarifverhandlungen_agvAm Pfingstsamstag um 2:00 Uhr morgens setzten die Verhandlungsführer nach zwölfstündigem Ringen ihre Unterschrift unter den neuen Tarifvertrag für die Versicherungswirtschaft: Er gilt für die rund 173.000 Innendienst-Angestellten und Auszubildenden. Seine Laufzeit beträgt 24 Monate, vom 1. April 2015 bis zum 31. März 2017.

In den ersten fünf Monaten – von März bis August 2015 – werden die bisherigen Gehälter nicht erhöht. Zum 1. September 2015 erfolgt dann eine lineare Tarifanhebung um 2,4 Prozent für 13 Monate, am 1. Oktober 2016 schließt sich eine weitere um 2,1 Prozent an. Der neue Tarifvertrag zwischen dem AGV und den Gewerkschaften ver.di, DHV und DBV läuft am 31. März 2017 aus.

Und das kostet die Versicherungsunternehmen dieser Tarifabschluss: In diesem Jahr steigen die tariflichen Personalkosten um 2,44 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im Jahr 2016 um 2,13 Prozent gegenüber dem Jahr 2015. Zum Vergleich: 2014 betrug die Steigerung – ausgelöst durch den letzten Tarifabschluss vom 7. Juli 2013 – 2,42 Prozent. 2013 waren es 2,98 Prozent.

Die Verhandlungsführer von AGV und ver.di, Josef Beutelmann und Christoph Meister, sprachen nach der Tarifeinigung übereinstimmend von einer Reallohnsteigerung für die Versicherungsangestellten. Beutelmann hob darüber hinaus die Planungssicherheit für die Unternehmen hervor: “Bis zum Ende des ersten Quartals 2017 herrscht jetzt Ruhe an der Tariffront. Damit können die Gesellschaften ihre Personalkosten für das ganze Jahr 2016 und für ein Viertel des Jahres 2017 verlässlich planen.”

Für Beutelmann war dies sein letzter Tarifabschluss. Er war neun Jahre Vorsitzender des AGV. Bei der Mitgliederversammlung am 8. Juli 2015 wird er sich nicht mehr zur Wiederwahl stellen, weil er 2013 vom Vorstandsvorsitz in den Aufsichtsratsvorsitz der Barmenia Versicherungen gewechselt war und nach der Satzung des AGV nur Vorstände von Mitgliedsunternehmen in den Vorstand des Arbeitgeberverbandes gewählt werden können.

Die DHV sprach nach Abschluss der Verhandlungen von einem tragfähigen Kompromiss, weil dieser “die Herausforderungen, vor denen das private Versicherungsgewerbe steht”, anerkenne. Der Abschluss bedeute zudem einen Reallohnzuwachs für die Beschäftigten, so die DHV weiter. (vwh)

Bild: Verdi-Verhandlungsführer Christoph Meister und AGV-Verhandlungsführer Josef Beutelmann nach der Unterzeichnung des Tarifabschlusses. (Quelle: AGV)

Links: Die Tarifvereinbarung im Wortlaut (PDF), Erste Erhöhung (PDF), Zweite Erhöhung (PDF)

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