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Neue Prospekte für Wertpapiere gehen online

01.12.2015 – Anbieter von Aktien oder Wertpapieren unter 500.000 Euro per annum  müssen auch künftig EU-weit kein Prospekt von ihrer platzierten Anleihe veröffentlichen. Kapitalanleihen im nationalen Rahmen können bis zu einem Ausgabevolumen von zehn Mio. Euro ebenso von einer Prospektveröffentlichung befreit werden. Diese Regeln hat die Europäische Kommission am Montag in ihrem Vorschlag für eine Revision der Prospekt-Richtlinie für Wertpapiere präzisiert.

Die aktuelle Richtlinie 2003/71/EG (Prospektrichtlinie) harmonisiert die Regelungen für die Veröffentlichung von Prospekten durch Unternehmen, die entweder durch Ausgabe von Aktien oder durch Anbieten von Investitionsmöglichkeiten am freien Markt Kapital beschaffen wollen.

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) soll eine “Light-Regelung” geschaffen werden, die um einige hundert Seiten kürzer ausfällt als bisher. Die bestehenden Schwellenwerte für KMU sollen von einer Marktkapitalisierung von zunächst vorgeschlagenen 100 Mio. auf 200 Mio. Euro angehoben werden.

“Wir brauchen Prospektvorschriften, die Anlegern Informationen zur Verfügung stellen, die sie benötigen, ohne dabei unnötige Kosten zu verursachen und die Unternehmen davon abzuhalten Geld auf den öffentlichen Märkten zu besorgen”, sagte  EU-Kommissar Jonathan Hill am Montag vor der Presse in Brüssel. Der für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und die Kapitalmarktunion zuständige Brite zeigte sich überzeugt, dass der nun auf dem Tisch liegende Vorschlag den Anleger schützen und es Unternehmen gleichzeitig leichter machen werde, sich Geld zu beschaffen.

Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber indes hält den Kommissionsvorschlag für unzureichend (siehe KÖPFE): “Der Vorschlag enthält Schritte in die richtige Richtung, aber löse aufgrund der hohen Fixkosten für den Kapitalmarktzugang die Finanzierungsprobleme der europäischen Wirtschaft nicht.”

Der Kommissionsvorschlag sieht ein Online-Portal vor, das als einheitliche Anlaufstelle von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) für den gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) – also einschließlich der Schweiz, Norwegen und Island – eingerichtet und überwacht werden soll. Das Europäische Parlament und der EU-Ministerrat werden sich Anfang 2016 mit den Vorschlägen befassen. (taf)

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