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Moody’s: Lebensversicherer müssen höhere Zinszusatzreserven verbuchen

24.10.2013 – moodys_logoNach Einschätzung der Ratingagentur Moody’s werden die deutschen Lebensversicherer Ende dieses Jahres die Zinszusatzreserve mit schätzungsweise rund sechs Mrd. Euro dotieren müssen – nach rund fünf Mrd. Euro im vergangenen Jahr. Sollten die Zinsen nicht steigen, rechnen die Analysten mit einem Rückstellungsbedarf von 40 bis 90 Mrd. Euro bis Ende 2023.

In dem jetzt veröffentlichten Bericht unter dem Titel „German Life Insurance Industry Faces Losses If Rates Stay Low” rechnet die Rating-Agentur Moody’s für die deutschen Lebensversicherer mit einem Verlustrisiko, wenn die Zinsen anhaltend niedrig bleiben.

Die Anfälligkeit deutscher Lebensversicherer, die sich aus den niedrigen Zinsen ergibt, ist laut Moody’s auf folgende Faktoren zurückzuführen:

  1. Die traditionell hohe Garantieverzinsung, die zu einer der höchsten durchschnittlichen Garantieverzinsungen (3,3 Prozent) auf bestehendes Geschäftsvolumen in Europa geführt hat.
  2. Die große Laufzeitinkongruenz zwischen Aktiva und Passiva (der größten von allen wichtigen Versicherungsmärkten in der EU), was ein beträchtliches Reinvestitionsrisiko birgt.

Die Agentur merkt an, dass nicht alle deutschen Versicherer von dem Risiko der niedrigen Zinsen in gleichem Maße betroffen sind. Dieses hängt von der durchschnittlichen Duration der Vermögenswerte gegenüber den Verbindlichkeiten ab, dem Volumen der RfB, dem Eigenkapital sowie den Risiko- und Kostenmargen, die den Druck auf die Kapitalanlagen ausgleichen können.

Moody’s ratet die Allianz Leben, die Axa Leben, Ergo Leben, die Lebensversicherungstöchter der Generali und die Zurich Deutsche Herold Leben. Nach Mitteilung der Ratingagentur schneiden diese Gesellschaften in mindestens einer dieser Kategorien überdurchschnittlich ab.
Viele Lebensversicherer haben bereits Maßnahmen getroffen, um die Anfälligkeit für Risiken zu senken, merkt Moody’s an. Neue Produkte mit niedrigerer Garantieverzinsung würden allerdings nur langsam ihre positiven Effekte zeigen. Deshalb könnten sich die Unternehmen „auch zu Änderungen beim Aktiv-Passivmanagement entschließen, was allerdings nicht kostenneutral sein wird”. Immer mehr Lebensversicherer senken die Überschussbeteiligungen oder schieben sie auf. Die Unternehmen hätten diese Vorhaben allerdings wegen des starken Wettbewerbsdrucks nur teilweise umgesetzt. (ki)

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