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Mehr Gerechtigkeit bei Überschüssen

22.11.2013 – gdv-grillo-redeViel Verständnis für die Probleme vor allem der Lebensversicherer und viel Anerkennung für die Rolle der Versicherungswirtschaft als Arbeitgeber, Risikoträger, Großinvestor und insgesamt als Stablilitätsfaktor der deutschen Wirtschaft – so sieht das Fazit des diesjährigen Versicherungstags des GDV mit prominenter Beteiligung aus. Die Situation könnte explosiver nicht sein: Koalitionsverhandlungen mit ungewissem Ausgang, anhaltende Niedrigzinsen, Solvency II – über Probleme kann die Versicherungsbranche derzeit nicht klagen.

Umso erleichterter wirkte Alexander Erdland, Präsident des GDV, nach der Rede von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, nachdem dieser eine nachhaltige Lösung bei der Verteilung der Überschüsse in der Lebensversicherung gefordert hatte. Es müsse Gerechtigkeit hergestellt werden zwischen den Kunden, deren Verträge jetzt zufällig auslaufen, und denjenigen, die weiter einzahlen.

Auf die Auswirkungen von Solvency II auf die Realwirtschaft machte Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), aufmerksam. Wenn Solvency II in der jetzt vorliegenden Form umgesetzt werde, könnte die Bereitstellung von Kapital der Versicherungswirtschaft für die Wirtschaft stark beeinträchtigt werden. Wenn sich etwa die Versicherungswirtschaft aus dem Geschäft für Kreditverbriefungen zurückziehen müsse, dann hätte das konkrete Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.

Sogar der Verbraucherschutz sieht die Probleme, die sich für die Lebensversicherer aus dem massenhaften Abfluss von Bewertungsreserven ergeben, wie Lars Gatschke, Versicherungsexperte des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), erklärte. Wie auch immer Regelungen aussehen werden, es dürften sich „keine Nachteile für die Verbraucher insgesamt“ ergeben. Ansonsten warb er für einfache Produkte, so genannte Basics, statt komplizierter Versicherungsbedingungen, für Produkte, die sich durch neue Risiken etwa aus der digitalen Welt heraus ergeben, sowie für einen Mix aus Versicherungspflicht und staatliche Ausfalldeckung in der Elementarschaden-Versicherung.

Mit Erleichterung registrierte Erdland, dass sich auch die Politik in Person von Norbert Walter-Borjans, Finanzminister von Nordrhein-Westfalen und Vorsitzender des Finanzausschusses des Bundesrates, eindeutig dahingehend positionierte, dass an dem bewährten 3-Säulen-Modell in der Altersvorsorge festgehalten werden solle. Den GDV-Vorschlag für mehr Transparenz in der Rentenversicherung durch eine säulenübergreifende IT-Plattform, mit deren Hilfe Menschen ihre tatsächlichen Rentenansprüche einsehen können, unterstützte er. Auch die Forderung des GDV, dass langfristige Investitionen etwa in die Infrastruktur aufsichtsrechtlich nicht benachteiligt werden dürfen, hält er für beachtenswert. Insgesamt, so Walter-Borjans, gehöre er zu denjenigen, die die Bedeutung der Versicherungswirtschaft für Deutschland und im internationalen Maßstab durchaus zu schätzen weiß. (epo)

Ausführlicher Bericht von der Veranstaltung im DOSSIER.

Foto: Viel Prominenz und viel Unterstützung, hier BDI-Präsident Grillo, gab es für die Branche auf dem GDV-Jahrestag in Berlin. (Quelle: GDV)

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