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Mangelnde Transparenz in der Altersvorsorge

29.01.2015 – Die Standmitteilungen der privaten Rentenversicherer lassen nach Ansicht von MLP zu wünschen übrig. So das Ergebnis einer Studie des Finanzberaters, die vom Deutsche Renten Information e.V. angeregt und gestern in Berlin vorgestellt wurde. Fast 46 Prozent der Deutschen weiß nicht, wie hoch ihre Einkünfte aus privater und betrieblicher Altersvorsorge tatsächlich ausfallen werden. Bei der gesetzlichen Rente sind es nur 40 Prozent, ergab eine frühere Studie von MLP.

So fühlt sich mehr als die Hälfte der Befragten in der Lage, die Rentenzeit ohne professionelle Hilfe zu planen. Zudem ist jeder Neunte davon überzeugt, dass er mindestens 60 Prozent seines durchschnittlichen Nettogehalts auch im Ruhestand zur Verfügung hat. Bei einer tatsächlichen Rentenhöhe von im Schnitt 43 oder 44 Prozent auf lange Sicht ein fataler Irrtum, urteilte MLP-Vorstand Manfred Bauer.

Denn als eine wesentliche Ursache für die verbreitete Blauäugigkeit nannte Bauer den fehlenden einheitlichen Überblick über alle zu erwartenden Einkünfte in der Rentenphase in einer Mitteilung. Ganz neu ist die Forderung nicht, aber sie müsse jetzt dringend in die Diskussion um die flexible Rente einfließen, betonte auch der Beirats-Vorsitzende des Vereins Deutsche Renten Information, Wolfgang Steiger.

So hat MLP die Qualität der derzeitigen Standmitteilungen bei Versicherern mit einem Marktanteil von 35 Prozent untersucht. Das Ergebnis: gesetzliche Vorgaben werden eingehalten werden, es danach aber “sehr bunt” werde, so Bauer weiter. Die meisten Mitteilungen erschweren es den Kunden, die wichtigsten Botschaften – vor allem die Höhe der zu erwartenden Rente – schnell zu erkennen.

Dabei, so ergänzte Andreas Hackethal, Vorstand der Deutsche Renten Information, gebe es international genug positive Beispiele, wie einheitliche Renteninformationen zusammengeführt und online vom Kunden abrufbar seien, wie Schweden und Dänemark. Man müsse in Deutschland schnellstens aus dem “Blindflug” herauskommen und Kunden auf “der letzten Meile” auf dem Weg zur Altersvorsorge besser begleiten. Wobei er – ebenso wie MLP-Vorstand Bauer – eine Branchenlösung favorisiert und auf Vorgaben des Gesetzgebers lieber verzichten würde. (epo)

Link: Die vollständige Studie (PDF)

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