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Lord Hill muss sich zweiter Anhörung stellen

06.10.2014 – Jonathan_HillVon VWheute-Brüssel-Korrespondent Thomas A. Friedrich.

Jonathan Hill, der designierte EU-Kommissar für Finanzmarktdienstleistungen muss sich erneut den Fragen der Europaparlamentarier stellen. Es war dem Briten in der ersten Anhörung nicht gelungen, die im Vorfeld hoch geschlagenen Wellen der Kritik an seiner Person zu glätten.

“Ich bin nicht der Vertreter der City of London, sondern will als europäischer Kommissar für alle EU-Bürger in allen 28 EU-Staaten arbeiten – wenn Sie mich denn bestätigen,” hatte sich der redegewandte Politiker und enge Vertraute von Premierminister David Cameron eindringlich an die Europaabgeordneten gewandt.

Dem 54jährigen Konservativen und Mitglied des House of Lords wird zur Last gelegt, dass er in seiner beruflichen Karriere mit seinem eigenen Unternehmen als Lobbyist für den Bankenplatz London aktiv Einfluss auf die Politik in Downing Street 10 genommen habe. Überdies war er als Tory-Politiker im Kabinett vom Premier John Major und als Berater im Handels- und Industrieministerium tätig.

Hill dazu: aus seiner Consultingfirma sei er vor viereinhalb Jahren bereits ausgestiegen und alle seine Aktien und Börsenplatzierungen habe er einen Tag nach seiner Nominierung als EU-Kommissar durch Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vollständig veräußert.

Sven Giegold von den Grünen kritisierte: “Wie kann jemand Finanzmarktkommissar werden, der auf die Frage, wie stehe ich zu Eurobonds sagen muss, dazu habe ich keine besonders informierte Meinung”.

Ganz anders äußerte sich der Versicherungsexperte und CDU-Europaabgeordnete Werner Langen gegenüber VWheute: “Der Versuch, ihm eine zu starke Bindung zur Londoner City nachzuweisen, ist nicht erfolgreich gewesen”. Insgesamt sei er gut vorbereitet gewesen, wenn auch nicht in allen Details. “Ich erwarte eine Mehrheit für ihn, weil er vor allem eine überzeugende Unababhängigkeit gegenüber der Regierung Cameron gezeigt hat”.

Zu den anhängigen Versicherungsdossiers wie der Omnibus II Richtlinie räumte Hill ein, dass er sich bald mit den Details beschäftigen werde. “Je einfacher die Dinge in Zukunft sind, um so besser”, kündigte er an, die von seinem Vorgänger Michel Barnier angestoßenen fast 50 Gesetzgebungsakte unter dem Druck der Finanzmarktkrise gewissenhaft analysiern zu wollen. Er wolle das Verbraucherinteresse künftig stärker in den Mittelpunkt rücken.

“Je schneller man dies lösen kann, umso besser”, sprach sich Hill für eine zügige Arbeit bei der Implementierung aller anhängigen Versicherungsdossiers aus. Insider rechnen jedoch nicht vor März kommenden Jahres mit konkreten Vorschlägen made by Hill.

In Brüssel kommt die zweite Runde für den Briten nicht überraschend aber ein ablehnedes Votum würde als Affront gegenüber Großbritannien gewertet.

Bildquelle: Gov.uk

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