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Leistungsträger schauen voraus, handeln aber nicht

05.11.2014 – koecher_erdlandDie Generation Mitte schätzt die Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft zwar richtig ein. Für sich persönlich ziehen die Leistungsträger aber nicht die notwendigen Konsequenzen wie etwa bei der zusätzlichen Altersvorsorge. Dies ist die Kernbotschaft einer im Auftrag der Versicherungswirtschaft vom Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) gemachten Umfrage.

GDV-Präsident Alexander Erdland sagte vor der Presse in Berlin, die große Mehrheit der Generation Mitte, die 30 bis 59-jährigen, gehe davon aus, dass der demografische Wandel spürbare Folgen für die gesetzliche Rentenversicherung haben werde. „Dennoch fehlt die Bereitschaft, daraus Konsequenzen für die eigene Vorsorge zu ziehen.“ Dies sei aber auch eine Folge „des gegenwärtigen Nichtstuns der Politik im Bereich der Eigenvorsorge“. Die Versicherungswirtschaft stehe bereit, gemeinsam mit der Politik eine Trendwende hinzubekommen. Die staatlich geförderte Altersvorsorge müsse dynamisiert und von bürokratischen Hemmnissen etwa bei der Zulagengutschreibung befreit werden.

Renate Köcher, Geschäftsführerin beim Institut für Demoskopie Allensbach (IfD), erklärte, die Umfrageergebnisse zeigten, dass sich die Menschen unter der Großen Koalition wohl fühlten. So hätten sie keine Befürchtungen, dass ihnen die Regierung neue Lasten auferlegen wolle. Die Generation Mitte zeigt sich insgesamt zufrieden. Dies gilt für die eigene Lebenssituation (7,0 auf einer Skala von 0 – völlig unzufrieden bis 10 – völlig zufrieden) aber auch für die finanzielle Lage (6,2). 90 Prozent der Befragten erwarten, dass die Alterung der Gesellschaft gravierende Konsequenzen haben wird. So könnte das Renteneintrittsalter weiter steigen (83 Prozent), die Beiträge zur Rentenversicherung anziehen (82 Prozent) und sich auch die Krankenkassenbeiträge erhöhen (75 Prozent). Dass der demografische Wandel aber das eigene Leben stark oder sehr stark berühren wird, glauben wiederum nur 36 Prozent.

Mit Blick auf das Alter der Eltern und das eigene Älterwerden wünscht sich fast jeder zweite der Generation Mitte (48 Prozent) einen Verbleib in der eigenen Wohnung und die Unterstützung durch einen Pflegedienst. Bei den 50- bis 59-jährigen ist dieser Wunsch mit 55 Prozent noch ausgeprägter. Allerdings würden auch drei von zehn Betroffenen am liebsten bei den Kindern oder Enkeln wohnen.

„Ein autonomes Wohnen im Alter erfordert aber eine gut ausgebaute Infrastruktur für Pflege und Dienstleistungen“, sagte Köcher. Die Dienstleistungsstruktur sei in Deutschland noch unterentwickelt. Viele würden sich im Alter Hilfe bei der Hausarbeit, bei Einkäufen und Besorgungen oder bei der Gartenarbeit wünschen. Insgesamt könne man aus der Umfrage aber ableiten, dass die Inanspruchnahme von hauhaltsnahen Dienstleistungen zunehme, sagte Köcher. Treiber sei hier eben die Alterung der Gesellschaft und die steigende Frauenerwerbsquote. (brs)

Foto: Renate Köcher (l.) und Alexander Erdland (Quelle: brs)

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