Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Lebensmittelqualität “Made in Europe” nicht einheitlich

20.02.2014 – Kuh-2200 Mio. Euro will die EU bis 2020 für die bessere Vermarktung von qualitativ hochwertigen Agrarprodukten und Lebensmitteln aus europäischer Produktion bereitstellen. Darauf einigten sich die EU-Agrarminister bei ihrem Treffen in Brüssel. Damit stellt sich aber gleichzeitig die Frage nach dem Versicherungsschutz für Futtermittel, denn die stehen ganz am Anfang der Produktionskette. Ohne sauberes Futter keine Qualität, ohne Qualität keine Vermarktungsoffensive.

“Bereits kleine Beimengungen von Futtermitteln, die den Rechtsvorschriften nicht entsprechen, können dazu führen, dass sehr große Mengen nicht verkehrsfähiger Futtermittel hergestellt, vertrieben und verfüttert werden. Dies kann eine große Zahl von Abnehmern schädigen, mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen – von der Verfütterung bis zur Lebensmittelproduktion. Um diese Haftungsrisiken abzusichern, wurde das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch angepasst. Sei dem 1. Juli 2013 sind bestimmte Futtermittelunternehmer dazu verpflichtet, eine Versicherung zur Deckung von Schäden abzuschließen, die durch die Verfütterung eines von ihnen hergestellten Mischfuttermittels entstehen, das den futtermittelrechtlichen Anforderungen nicht entspricht. Mit dieser Versicherungspflicht für die Futtermittelhersteller hat der Gesetzgeber auf die besondere Gefährdungslage gerade mittelständischer landwirtschaftlicher Betriebe reagiert. Sie war Teil des vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erarbeiteten Aktionsplans „Verbraucherschutz in der Futtermittelkette“ als Konsequenz aus dem Dioxin-Geschehen Ende des Jahres 2010/Anfang des Jahres 2011.

Richtig ist, dass die im Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch verankerte Pflichtversicherung nur für Futtermittelunternehmer gilt, die im Inland produzieren. Zwar besteht nach dem EU-Futtermittelhygienerecht die Möglichkeit, dass die Kommission Vorschläge für praxisgerechte Garantiesysteme auf EU-Ebene vorgelegt. In einem Bericht kommt die Kommission leider zu dem Ergebnis, dass EU-weite Regelungen derzeit nicht sinnvoll sind.

“Wir in Deutschland haben das Notwendige getan, um betroffene Landwirte vor Schäden, für die sie nicht verantwortlich sind, für in Deutschland hergestellte Futtermittel abzusichern. Weitere Maßnahmen in diesem Bereich sind derzeit nicht geplant”, erklärte Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft auf Nachfrage der Versicherungswirtschaft zum Thema Futtermittel, Sicherheit und Lebensmittelqualität.

Mit 954 Mrd. Euro Umsatz pro Jahr und 4,2 Millionen Beschäftigten stellt die Agrar- und Lebensmittelbranche den größten Wirtschaftssektor in der EU dar. Mit einem Welthandelsanteil von 18 Prozent liegt die EU nur knapp hinter den USA, die 20 Prozent ihrer Agrar- und Lebensmittelproduktion global vermarktet.

EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos möchte noch vor den Wahlen zum Europäischen Parlament (EP) Ende Mai einen Beschluss für mehr Gelder zugunsten von Aufklärungskampagnen und Marketingsstrategien erwirken. Zielgruppe sind die Verbraucher, denen die Qualität von Agrarprodukten “Made in Europe” bewusst gemacht werden und den EU-Außenhandel beflügeln soll. Die Kommissionsinitiative wurde vom deutschen Agrarstaatssekretär Robert Kloos unterstützt, der für den neu ins Amt gekommenen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) nach dem Rücktritt von Minister Hans-Peter Friedrich (CSU) nach Brüssel gereist war. (taf/vwh)

Bild: Wer sich gesund ernährt, der bleibt meist auch gesund, das gilt für Mensch und Tier. (Quelle: vvw/adpic)

Link: Versicherungswirtschaft Heft 02N/2014

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten