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Lebens- und Sachversicherer halten Beitragsvolumen knapp

09.09.2016 – alexander_erdland_gdvGDV-Präsident Alexander Erdland, der im November noch einmal allerdings für eine auf ein Jahr verkürzte weitere Amtszeit antreten wird, hat im Gespräch mit Journalisten erste Branchendaten für das erste Halbjahr 2016 genannt. Beitragsrückgänge in der Lebensversicherung konnten die Schaden- und Unfallversicherer durch Beitragszuwächse in etwa ausgleichen.

Im Übrigen nutzte Erdland die Gelegenheit, um auf die Erwartungen an die laufenden Rentenreformgespräche und die die Branche belastenden Faktoren wie die Zinszusatzreserve hinzuweisen. Der Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) begründete den Beitragsrückgang bei den Lebensversicherern um 4,5 Prozent per Ende Juni mit einem weiterhin rückläufigen Einmalbeitragsgeschäft. Dies war bereits 2015 deutlich zurückgeführt worden.

Dieses Geschäftsmodell sei wenig profitabel und habe schon eine Art Tagesgeldfunktion übernommen, sagte Erdland weiter. Die laufenden Beitragseinnahmen hätten sich dagegen weiter stabil entwickelt. Die Schaden- und Unfallversicherer hätten ihre Beitragseinnahmen um 3,1 Prozent steigern können, so dass die gesamte Branche in etwa auf Vorjahresniveau liege. Über den weiteren Jahresverlauf wollte Erdland keine Prognose wagen. Über die Geschäftsentwicklung in der privaten Krankenversicherung (PKV) berichtet der GDV traditionell nicht.

Dass die Riester-Rente ja gar nicht so schlecht sei, aber neue Impulse benötige, habe ja auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in seiner Rede zum Bundeshaushalt 2017 diese Woche hervorgehoben, erläuterte Erdland. Und hier sei in der Tat Handlungsbedarf nötig. Der GDV wünscht sich eine Anhebung der Grundzulage von 154 auf 200 Euro im Jahr und eine Anhebung der steuerlichen Berücksichtigung auf 3.000 Euro. Ließe man dies auch für die knapp 16,5 Millionen Altverträge gelten, dann käme in etwa eine dreiviertel Milliarde Euro jährlich an Mehraufwand auf Schäuble zu.

Einer solchen Anhebung dürfte er wohl kaum zustimmen. Wenn man aber die Verbesserungen nur für Neuverträge gelten lassen würde, dann lägen die Mehrkosten bei angenommenen 500.000 Neuverträgen im Jahr bei etwa 50 Mio. Euro, eine Zahl, mit der Schäuble wohl leben könnte. Auf der anderen Seite sicherte Erdland zu, bei Riester für mehr Transparenz sorgen und die Kosten senken zu wollen. Die Gespräche bei Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) über Reformen in der gesetzlichen Rentenversicherung, der betrieblichen Altersversorgung (bAV) sowie der staatlich geförderten Altersvorsorge gehen in ihre entscheidende Phase. Nach Arbeitsgruppensitzungen wird die große Runde Anfang Oktober wieder zusammenkommen.

Die angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase richtigerweise geschaffene Zinszusatzreserve entwickele sich zunehmend zum Sorgenkind. Die Belastungen würden immer größer, wobei zu Lasten des Rohertrags höher verzinsliche Wertpapiere verkauft werden müssten, um die Zinszusatzreserve regelkonform dotieren zu können. Zuletzt hätten weitere 14 Mrd. Euro aufgebracht werden müssen, was die Rückstellungen auf 46 Mrd. Euro habe anschwellen lassen.

Die Branche erhofft sich hier Erleichterungen bei dem zugrunde liegenden komplexen Regelwerk. Man sei bereits mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) in guten Gesprächen, sagte Erdland vor den Journalisten in Berlin im Vorfeld der heutige Pressekonferenz zur Lage der Generation Mitte, die wiederum das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) erforscht hat. (brs)

Bild: GDV-Präsident Alexander Erdland (Quelle: brs)

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