Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Laut gestelltes Handy: Mithörer dürfen als Zeuge aussagen

22.04.2015 – 12_15_VersRDas Handy “auf Laut stellen” beinhaltet die Ankündigung, dass möglicherweise jemand mithören könnte. Wenn nun ein Zeuge des Gesprächs vor Gericht auftritt, unterliegen dessen Aussagen nicht dem Beweisverwertungsverbot. Das hat jüngst das OLG Koblenz festgestellt.

Im vorliegenden Fall (Az.: 5 U 849/13) ging es um Mängel einer Gewerbehalle. Der Vorbesitzer hatte dem Kläger am Telefon erklärt, gewisse Mauerarbeiten selbst durchgeführt zu haben und so gewusst zu haben, dass gewisse Teile nicht verbaut wurden. Nach einem Sturm war es zu einem Schaden gekommen.

Ob aber der Vorbesitzer gewusst hat, dass dieses Manko zu eventuellen Schäden führen könnte, muss nun wieder das LG feststellen. Dieses hatte die Klage zunächst abgewiesen, fälschlicherweise mit dem Hinweis, dass die Aussage eines Telefonzeugen aufgrund des Beweisverwertungsverbots nicht verwendet werden darf.

Die Berufung am OLG hat ergeben: Wem am Telefon erklärt wird, das Gespräch sei oder werde nunmehr laut gestellt, erfährt dadurch, dass eine dritte Person mithört. Diese darf daher als Zeuge über den Gesprächsinhalt vernommen werden. Wer das Telefonat in Kenntnis der Wahrnehmbarkeit für einen Dritten weiterführt, stimmt damit dessen Einbeziehung zu. (vwh/ku)

bestellen_vwh

Link: Verfahrens- und Kostenrecht. Beweisverwertungsverbot – Alle Details zum Fall, in VersR 12/15 (Einzelartikel zu 7,97 Euro)

Tags:
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten