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Kurt Bodewig: „Wir brauchen einen Masterplan“

29.08.2014 – kurt-bodewig-jansson-150Marode Bundesstraßen, sanierungsbedürftige Autobahnbrücken und überlastete Verkehrswege. Im Interview mit dem Deutschlandfunk fordert der ehemalige Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig massive Investitionen in das deutsche Straßennetz. Die Situation sei dramatisch. 

Alleine zwischen 2010 und 2012 sollen nach Angaben des Instituts für Wirtschaft in Köln (IW) rund 900 Mio. Euro, ursprünglich für die Erhaltung von Bundesfernstraßen vorgesehen, für andere Zwecke aufgebracht worden sein. Noch immer hätten Neubauten einen Vorrang, gleichzeitig aber sei die Sanierung massiv in den Hintergrund getreten.

„Wir haben zu wenig Geld im Topf“, sagt der Bundesminister a.D. gegenüber dem Deutschlandfunk. Jedes Jahr müsse Deutschland zusätzliche sieben Mrd. Euro zu dem heutigen Ansatz von zehn Mrd. Euro. investieren. Dies betreffe nicht nur die Bundesfernstraßen und Schienenwege, sondern auch Länder und Kommunen. Um eine nachholende Sanierung zu ermöglichen, sollen in einem Zeitraum von 15 Jahren pro Jahr 2,7 Mrd. Euro aus Steuermitteln zur Verfügung gestellt werden. Die Pkw-Maut für Ausländer indes würde zu wenig Geld einbringen – auch wegen des bürokratischen Aufwands.

Gegenwärtig verliere das Straßennetz, das rund eine Bil. Euro schwer ist, jeden Tag 13 Mrd. Euro an Wert. „Das heißt, alles das, was jetzt nicht saniert wird, wird in Zukunft noch wesentlich teurer, denn die Kosten werden dann exponentiell steigen“, sagt Bodewig. „Was wir brauchen, ist eigentlich so etwas wie ein Masterplan Verkehrsinfrastrukturentwicklung.“ Das gilt nicht nur für die Straßen, sondern auch für die Schiene. Rund ein Drittel aller Eisenbahnbrücken ist älter als 100 Jahre. Für einen Industriestandort wie Deutschland sei das katastrophal. (vwh)

Foto: Kurt Bodewig, ehemaliger Bundesverkehrsminister. (Quelle: Johannes Jansson)

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