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Kündigungsschutz verschlafen – Traineranwalt haftet

28.11.2014 – Ball_Kurt Michel_pixelioKündigungen von Fußballtrainern sind an der Tagesordnung in der ersten und zweiten Bundesliga. So auch in einem jüngst vor dem OLG Hamm verhandelten Fall. Weil aber der Anwalt des entlassenen Trainers es versäumt hatte, Kündigungsschutzklage einzureichen, muss er mindestens 330.000 Euro Schadenersatz wegen entgangener Einnahmen bezahlen.

Gegenüber dem Fußballverein widersprach der Anwalt im Namen des Trainers der Kündigung, unterließ es jedoch, innerhalb der gesetzlich vorgesehenen dreiwöchigen Frist eine Kündigungsschutzklage zu erheben. Der Kläger hat gemeint, dass der Beklagte deswegen seine anwaltlichen Pflichten verletzt habe und Schadensersatz schulde. Als Schaden sei ihm der Verdienst zu ersetzen, den er bei regulärer Fortdauer des Trainervertrages ist zum 30.06.2010 hätte erzielen können.

Ausgehend davon, dass die Fußballmannschaft in der Saison 2007/2008 den Klassenerhalt sichern konnte, in der Saison 2008/2009 einen Platz im Tabellenmittelfeld und in der Saison 2009/2010 einen Platz im oberen Tabellenfeld erreichte, hat der Kläger einen Schaden in Höhe eines ihm entgangenen Bruttoverdienstes aus Grundgehalt und Punkteprämien von über 600.000 Euro errechnet. Das Schadensersatzbegehren war weitgehend erfolgreich.

Der 28. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm (28 U 98/13) hat dem Kläger ca. 330.000 Euro als jetzt bereits bezifferbaren Schaden zugesprochen und festgestellt, dass der Beklagte weitere Belastungen des Klägers aufgrund von zu entrichtenden Abgaben und Steuern bis zur Höhe von insgesamt ca. 640.000 Euro zu tragen habe. Grund: Der Anwalt habe seine Pflichten verletzt. (vwh/ku)

Bildquelle: Kurt Michel/ pixelio

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