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Krise der privaten Altersvorsorge selbst eingebrockt?

29.02.2016 – Rente_Fotolia_102923085Für Thomas Mayer ist mangelndes Vertrauen in die Anbieter für private Altersvorsorge der Grund dafür, dass die Deutschen hier deutlich Nachholbedarf haben. Für den Wissenschaftler verbessert laut FAS die Deutschlandrente den Wettbewerb und damit das Angebot. Die Welt am Sonntag hat das Thema für die kommende Bundestagswahl 2017 ebenfalls festgemacht: “ein erneuter Umbau des Vorsorgesystems ist unumgänglich.”

“Der Staat würde mit diesem Angebot den derzeit deformierten Markt für private Altersvorsorge zu höherer Funktionstüchtigkeit drängen”, stellt Thomas Mayer in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung fest, “da sich private Anbieter an diesem Standard messen lassen müssten.” Für Mayer, der auch Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institute ist, ist nicht die Unbildung in Sachen Finanzwirtschaft – wie jüngst vom Spiegel ausgebreitet – der Grund für den Rückzug der Nachfrager. Er sieht das Problem auf der Angebotsseite: “Die Reputation des Sektors liegt am Boden.”

Emotional nachvollziehbar ist die Zurückhaltung für MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg laut Welt am Sonntag. Rational sei dies allerdings längst nicht mehr. Das mittlerweile kolportierte Riester-Aus nimmt der Wirtschaftsweise Peter Bofinger zum Anlass, die Idee der sogenannten Schäuble-Bonds in Spiel zu bringen – Staatsanleihen, mit einem zweiprozentigen Renditeaufschlag für alle Riester-Sparer. Das Geld will er dem Staat aus den Zinseinsparungen durch die niedrigen Zinsen wieder abknöpfen.

Rudolf Zwiener von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung sieht den Grund für das Scheitern von Riester auch im erhöhten Bürokratieaufwand. Das Geld, das für Riestern ausgegeben wird, sollen die Bürger lieber zusätzlich in das Umlagesystem der gesetzlichen Rente stecken.

Warum eine Deutschland-Rente nach norwegischem Vorbild nicht funktionieren kann, will Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen wissen: der norwegische Staatsfonds werde nicht durch die Beiträge der Bürger gespeist, sondern durch die Öleinnahmen des Staates. (vwh/ku)

Bildquelle: Fotolia

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