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Krim: Risikomärkte erwarten keine Eskalation

18.03.2014 – Ukraine“Auch wenn es noch zu früh ist, den Einfluss der erwarteten Sanktionen zu bewerten, so gehen wir derzeit davon aus, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen eher begrenzt sein werden. Die ökonomischen Verbindungen zwischen Europa und Russland sind substanziell. Daher wird jede tiefgreifende Maßnahme nicht nur auf Russland, sondern auf die gesamte europäische Wirtschaft einen negativen Einfluss haben”, schreiben die Analysten der Erste Asset Management aus Österreich in einer Reaktion auf das Abstimmungsergebnis Krim.

Dessen ungeachtet kann die Situation weiter eskalieren, je nachdem, wie sich Russland zukünftig gegenüber der Ukraine verhalten wird. Selbst wenn sich die Situation nicht weiter verschlechtern sollte: Die Tatsache, dass dieser Konflikt nicht auf diplomatischer Ebene gelöst wird und dass Sanktionen beschlossen werden, wirkt sich langfristig nachteilig auf die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland aus. Russland selbst wird mit Blick auf das Risiko einer politischen und wirtschaftlichen Isolation versuchen, die Verbindungen mit Asien zu verstärken, während sich Europa anstrengen wird, die Energieabhängigkeit von Russland zu reduzieren und Direktinvestitionen nach Russland zu kürzen. Der Handel zwischen den größten europäischen Volkswirtschaften wird langsamer wachsen als man vor der Krise erwarten durfte.

Auch wenn viele Beobachter davon ausgehen, dass die Einverleibung der Krim seitens der russischen Regierung nicht verhandelbar ist und auch zügig umgesetzt wird: Die Situation in der Ostukraine mit seiner großen russischen Minderheit bleibt eine Risikoquelle. Ernsthafte diplomatische Anstrengungen, die die Situation entschärfen könnten, müssen bis zu den Präsidentschaftswahlen im Mai warten, da es Russland ablehnt, die gegenwärtige Regierung anzuerkennen.

Investoren, welche in der Region tätig sind, müssen sich auf eine längere Periode erhöhter Unsicherheit vorbereiten. Obwohl die Börsen bereits signifikant korrigiert haben – der MICEX hat 17,8 Prozent seit Jahresbeginn verloren, die Währung hat sich auf über 50 Rubel gegenüber dem Euro abgeschwächt und die Renditen russischer Anleihen sind beinahe auf zehn Prozent angestiegen – bleibt eine Erholung zumindest auf kurze Sicht unwahrscheinlich. In jedem Fall wird die Volatilität auf einem hohen Niveau verharren. Längerfristig betrachtet sind russische Vermögenswerte wahrscheinlich unterbewertet. Das gilt auch dann, wenn sich die Risikoprämien auf dem derzeitig hohen Niveau halten werden. Angesichts der momentanen Risiken ist es jedenfalls zu früh, von einem Jahres-Tief an den Börsen zu sprechen oder sogar die Gewichtungen zu erhöhen. (vwh)

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