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Krankenkassen dürfen keine Versichertendaten bei Auskunfteien einholen

30.04.2015 – andrea_vosshoff_cducsuGesetzliche Krankenkassen dürfen keine Auskünfte über Versicherte bei privaten Wirtschaftsauskunfteien oder Adresshändlern einholen. Darauf wies die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff die Krankenkassen nach NDR-Informationen bereits Mitte April hin.

Wie die Behörde weiter mitteilte, nutze bislang nur “eine kleine Anzahl” von Krankenkassen die Dienste von Auskunfteien, um an Informationen zur Zahlungsfähigkeit von freiwillig Versicherten oder an Adressdaten zu gelangen.

Laut NDR-Recherchen arbeiten derzeit mit der Deutschen BKK und der mhplus Krankenkasse mindestens zwei große Betriebskrankenkassen mit Auskunfteien zusammen. Insgesamt sind 1,7 Mio. Menschen bei beiden Kassen versichert.

Thomas Riemann vom Branchenverband der Wirtschaftsauskunfteien nannte das Schreiben der Bundesdatenschutzbeauftragten hingegen als “geschäftsschädigend”. So hätten einige Krankenkassen die Zusammenarbeit umgehend eingestellt. “Es fällt natürlich zunächst mal ein ganzer Teil von Auskünften weg, die wir sonst an Krankenkassen erteilen“, sagte Riemann. Das von der Bundesdatenschutzbeauftragten unterstellte Problem “existiert nicht”, so der Branchenvertreter.

Christine Richter vom BKK Dachverband sprach hingegen von einem “Dilemma” für die Krankenkassen, die verpflichtet seien, ausstehende Beiträge von freiwillig Versicherten einzutreiben”. (vwh/td)

Bild: Andrea Voßhoff, Bundesdatenschutzbeauftragte (Quelle: CDU/CSU-Fraktion)

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