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Konjunktur nimmt nur langsam Fahrt auf

16.12.2014 – imk_konjunkturbarometer_150Zum Jahresabschluss konzentrieren sich Barometer, Prognosen und Ausblicke auf die Konjunktur des nächsten Jahres: Jetzt haben sich die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), sowie die Gothaer Asset Management AG mit ihren Kommentaren gemeldet. Deren Tenor unisono: Niedrige Zinsen, niedriger Ölpreis und eine niedrige Inflation sind die Zutaten für eine moderate Erholung.

So prognostiziert das gewerkschaftsnahe IMK, ein Institut der Hans Böckler Stiftung, zur Rezessionswahrscheinlichkeit für das Jahr 2015:
In Deutschland wird sich die konjunkturelle Dynamik im nächsten Jahr verstärken. Die Zunahme der Exporte wird sich infolge der anziehenden Weltkonjunktur beschleunigen. Dies strahlt auch auf die Investi­tionstätigkeit aus. Treiber des Wachstums werden die privaten Konsumausgaben bei abermals deutlich steigenden Realeinkommen sowie der erneut positiven Arbeitsmarktentwicklung sein. Der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts wird im Jahresdurchschnitt 2015 1,6 Prozent betragen (2014: 1,5 Prozent). Die Arbeitslosen­quote beträgt 6,5 Prozent (2014: 6,7 Prozent), und die Verbraucher­preise steigen nur verhalten um 1,2 Prozent (2014: 0,9 Prozent). Hinzu kommen die anregenden Effekte des niedrigen Ölpreises und die Abwertung des Euro. Das Wachstum im Euroraum außerhalb Deutschlands beträgt im Jahr 2015 1,4 Prozent (2014: 0,5 Prozent).

Frank Augsten, Volkswirt und Senior Portfolio Manager Fixed Income der Gothaer Asset Management AG stellt in seinem Marktkommentar fest: Die Erwartung zu Beginn des Jahres, der Energiepreisrückgang der vorangegangenen Monate könnte sich über die sogenannten Basiseffekte nach und nach auswachsen, hat sich nicht bestätigt. Daher ist davon auszugehen, dass die Inflationsrate in der Eurozone noch geraume Zeit sehr niedrig bleiben wird. Es kann gegenwärtig sogar nicht ausgeschlossen werden, dass das allgemeine Preisniveau 2015 einige Monate lang unter das des Vorjahres fällt.

Vor dem Hintergrund der EZB-Pläne zum Ankauf auch langlaufender Staatsanleihen geht Augsten nicht von einem zeitnahen Anstieg der Leitzinsen aus, damit könnte sogar eine “Abkopplung” der Eurozone von den USA eintreten.

Auch die KfW muss sich nach der Zinsdecke strecken und hat für 2015 folgende Strategie ausgearbeitet: Sie plant, im nächsten Jahr wieder 55-60 Mrd. Euro an den internationalen Kapitalmärkten über Anleihen aufzunehmen. In Anbetracht des anhaltenden Niedrigzinsniveaus in der Eurozone erwartet die KfW, dass der Anteil ihrer Emissionen in Fremdwährungen zunehmen wird. Zwar ist die Nachfrage nach liquiden, risikoarmen Euro-Anleihen ungebrochen, wie die letzte dreijährige drei Mrd. Euro-Benchmark mit einem Coupon von 0,05 Prozent zeigte. Wegen des Niedrigzinsniveaus im Euroraum suchen Investoren aber auch Anlagemöglichkeiten in Fremdwährungen. „Um unseren Förderauftrag bestmöglich zu erfüllen, müssen wir unsere Refinanzierungskosten optimieren. Wir haben uns in den letzten Jahren einen globalen Kapitalmarktzugang erarbeitet und sind daher in der Lage, sehr flexibel auf Investorennachfrage weltweit zu reagieren. Wenn es also wirtschaftlich sinnvoll ist, können wir in einem bestimmten Währungssegment auch einmal richtig Gas geben, um unser Fördergeschäft optimal zu refinanzieren“, erklärte Günther Bräunig, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe, anlässlich des Kapitalmarkt-Pressegesprächs der Förderbank gestern in Frankfurt. (vwh)

Bild: Der IMK Konjunkturindikator signalisiert eine Rezessionswahrscheinlichkeit von zehn Prozent. (Quelle: Screenshot IMK)

Links: Konjunktur nimmt allmählich Fahrt auf (PDF), Globaler Kapitalmarktzugang der KfW zahlt sich aus

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