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Kohle und Kernkraft im Clinch mit Erneuerbaren

19.03.2015 – Europa_Die Versicherungsbranche erhofft sich vom heute beginnenden zweitägigen Treffen der 28 EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel Antworten darauf, wie es mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien, Smart Grids und der neuen Gasinfrastruktur auf dem europäischen Kontinent bis 2030 weitergehen soll. Auch die Energieunion und die Verwirklichung des Energiebinnenmarktes stehen im Mittelpunkt des EU-Frühjahrsgipfels.

Die EU-Staaten räumen zwar in dem vorläufigen ersten Entwurf der Schlussfolgerungen, der VWheute vorliegt, ein, dass der “Energieeffizienz, dem Ausbau der Erneuerbaren Energien und dem Erreichen des Klimaziels 2030 zur Reduktion von Treibhausgassen Vorrang” eingeräumt werden müsse.

Aber hinter den Kulissen tobt zwischen europäischen Diplomaten ein heftiger Streit, welcher Stellenwert künftig Kohle und Kernkraft bei der Energiegewinnung eingeräumt werden sollen. So fordern Großbritannien, Polen, Tschechien, Ungarn, Lettland und Rumänien in einem Brief an die EU-Kommission, eine Förderung der Kernkraft auch mit EU-Geldern. Polen macht sich in dieser kontroversen Diskussion um Versorgungssicherheit und mehr Unabhängigkeit von russischen Gaslieferungen für stärkere Anteile von Kohle- und Atomstrom in der EU stark. Derzeit bezieht die EU 53 Prozent ihres Energiebedarfs aus russischen Gas- und Ölquellen, was eine Jahresrechnung von rund 400 Mrd. Euro darstellt.

Die Vorsitzende der Grünen im Europaparlament, Rebecca Harms, kritisiert das zögerliche Taktieren der EU-Staats- und Regierungschefs eine wirkliche Energiewende zu CO2 freien Wirtschaft nicht konsequent zu befördern. “Jetzt müssen die Weichen für den Durchbruch der erneuerbaren Energien und für Energieeffizienz gestellt werden. Die Krise mit Russland zeige, wie gefährlich es sei, wenn wir uns nicht aus Abhängigkeiten von Ländern lösen, die mit Rohstoffreichtum Politik machen. Es ist trostlos, dass die Lobbyisten der großen Energiekonzerne immer noch erfolgreich darin sind, weiter den alten fossil-atomaren Energiemix durchzusetzen”.

Daher müssten, die neuen Technologien und die Anpassung der Netzinfrastruktur an eine nachhaltige gemeinsame Energiepolitik müssen im Mittelpunkt der gemeinsamen Energiepolitik stehen. Entsprechend müssten der Junkerplan und auch die Kohäsionsfonds in diesen Bereichen eindeutige Schwerpunkte setzen. Die Staats- und Regierungschefs verspielten wertvolle Zeit angesichts des bevorstehenden UN-Klimagipfels in Paris im Dezember (COP21). (taf)

Bildquelle: Schmuttel / pixelio.de

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