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“Keiner will Monster Trucks auf Europas Straßen”

13.08.2014 – Von VWheute-Korrespondent Thomas A. Friedrich aus Brüssel.

Das Thema Gigaliner auf Europas Straßen soll noch vor Ende des Jahres abgeschlossen werden. Dies kündigte der italienische Verkehrsminister Maurizio Lupi bei der Vorstellung der sechsmonatigen EU-Ratspräsidentschaft unlängst im Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments (EP) an. “Transport und Transportinfrastruktur gehört zu den Prioritäten der italienischen Ratspräsidentschaft zugunsten von Wachstum und Beschäftigung in Europa” sagte er unlängst im EP.

Die am 1. Juli begonnene sechsmonatige italienische Präsidentschaft macht sich dafür stark, dass die seit geraumer Zeit laufenden Verhandlungen über das zulässige Gesamtgewicht und die Längen von Aufliegern sowie Sattelschleppern im grenzüberschreitenden Schwerlastverkehr vor Jahresfrist endgültig entschieden werden.

Die in Finnland und Schweden zugelassenen Lastkraftwagen mit Längen von über 25 Metern sorgen in der EU seit Jahren für Konfrontation. Der estnische EU-Verkehrskommissar Siim Kallas hatte die europaweite Zulassung von “Monster Trucks” oder Riesen-Lkws im Format “XXL” auf die europäische Agenda gesetzt.

Speditionsfirmen argumentieren zugunsten von 25-Meter-Lkws aus wirtschaftlichen Gründen, weil sie rund ein Fünftel mehr Fracht aufnehmen könnten. Normalerweise dürfen Brummis mit Anhänger in Deutschland eine maximal Gesamtlänge von 18,75 Meter nicht überschreiten. Die neuen Gigaliner sind bis zu 25,25 Meter lang. Zwei Monster Trucks könnten das Transportvolumen von drei herkömmlichen Lastern schultern. Auch die zulässigen Gesamtgewichte differieren erheblich: Statt der bisher höchstens zugelassenen 40 Tonnen würde es Gigaliner auf bis bis zu 60 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht bringen.

In Deutschland bildete sich rasch nach Bekanntwerden der Brüsseler Pläne eine Koalition von ADAC und Naturschutzbund (NABU) sowie der “Allianz pro Schiene” gegen Gigaliner auf Deutschlands Straßen. Während NABU mit dem Aktionsbündnis “No Mega Trucks” auf Gefahren für die Umwelt aufmerksam machte, erhob der ADAC Vorbehalte wegen der Verkehrssicherheit.

Die EU-Verkehrsminister hatten Mitte Juni europaweit grenzüberschreitende Monster Trucks abgelehnt. Der Befürworter, EU-Verkehrskommissar Siim Kallas, zog beim EU-Verkehrsministerrat seinen eigenen Vorschlag zurück, um keine Niederlage zu erleiden. Vor allem die österreichische Verkehrsministerin Doris Bures, die zu den vehementesten Gegnern von Gigalinern in der EU gehört, sprach von einem “großen Erfolg”. Es sei ihr gelungen, EU- Staaten auf die Position der Alpenrepublik einzuschwören, darunter vor allem auch Deutschland.

Das EU-Parlament hatte sich bei einer Abstimmung im April bereits eindeutig mit 606 Nein-Stimmen und nur 12 Ja-Stimmen gegen die grenzüberschreitende Zulassung von  Monster Trucks ausgesprochen.

Eine Sprecherin von EU-Verkehrskommissar Kallas erklärte gegenüber Versicherungswirtschaft-heute: “Keiner will die Monster Trucks auf Europas Straßen wirklich”. Die Abwicklung des Themas hat sich nun der italienische Verkehrsminister Maurizio Lupi auf die Fahnen der EU-Ratspräsidentschaft geschrieben.

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