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Keine Öffentlichen in der Manndeckung

27.05.2016 – sahlDie öffentlichen Lebensversicherer sind 2015 anders als der Gesamtmarkt gewachsen – und dies mit Einmalbeitragsgeschäft. “Alle Lebensversicherer sind risikoavers unterwegs”, sagte Ulrich-Bernd Wolff von der Sahl in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Verbandes öffentlicher Versicherer. Es werde kein spekulatives oder institutionelles Geschäft gezeichnet.

Im Hinblick auf die Niedrigzinsphase ergänzte Wolff von der Sahl: “Die Kunden sind die gekniffenen; wir werden das durchmanagen.” Und in Anspielung auf die Aussage der Bafin zur Kontrolle gefährdeter Unternehmen betonte er: “Wir haben keine Manndeckung in der Gruppe.”

Addiert steigerten die öffentlichen Lebensversicherer die Bruttobeiträge um 1,1 Prozent auf 10,36 Mrd. Euro und bauten damit ihren Marktanteil auf 11,2 Prozent (2014: 10,7 Prozent) aus. Das Geschäft gegen Einmalbeitrag wuchs um 6,5 Prozent auf 4,79 Mrd. Euro und macht nunmehr 48,2 Prozent der Beiträge aus. 75 bis 80 Prozent des Neugeschäfts stammt von den Sparkassen. Insgesamt wuchs die Gruppe öffentlicher Versicherer zum dritten Mal in Folge schneller als der Gesamtmarkt mit einem Plus von 3,3 Prozent auf 21,30 Mrd. Euro Beitrag und damit auf einen Marktanteil von 11,2 Prozent (2014: 10,9 Prozent). Das kumulierte Ergebnis vor Steuern lag bei 924 Mio. Euro (2014: 901 Mio.).

In der Schaden- und Unfallversicherung verzeichneten die öffentlichen Versicherer einen Anstieg des Beitragsvolumens um 3,7 Prozent auf 8,6 Mrd. Euro. Der Marktanteil lag damit konstant bei über 14 Prozent. Den stärksten Anstieg verzeichneten die Versicherer nach eigenen Angaben in der Unfallversicherung mit 4,9 Prozent und in der Kfz-Versicherung mit 4,1 Prozent. In der Sachversicherung stiegen die Bruttobeitragseinnahmen um 2,8 Prozent auf 4,2 Mrd. Euro. Auf der Schadenseite hinterließen vor allem die Sommer- und Winterstürme im vergangen Jahr ihre Spuren. Demnach stieg der Schadenaufwand um 4,2 Prozent auf 6,44 Mrd. Euro (2014: 6,18 Mrd.). Die Combined Ratio der Gruppe lag 2015 im Schaden-Unfall-Geschäft mit 96,9 Prozent leicht über Vorjahresniveau (2014: 95,6 Prozent).

Die privaten Krankenversicherer der Gruppe verzeichneten 2015 ein Beitragswachstum von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt 2,3 Mrd. Euro. Damit lag der Marktanteil mit 6,3 Prozent auf dem Vorjahresniveau. Eine besonders starke Nachfrage verzeichneten die öffentlichen Versicherer vor allem bei den Pflegetarifen.

Zu Zeitungsberichten über Fusionsgespräche unter den Öffentlichen sagte von der Sahl, dass dies neben unternehmensindividueller Optimierungsmaßnahmen und verstärkter Kooperationen “auch sinnvoll sein könnte”, definitiv aber in die Entscheidungshoheit der Eigentümer und Träger falle. Dort sei ein Willensbildungsprozess nicht einfach, da an den elf öffentlichen Erstversicherergruppen insgesamt 28 unterschiedliche Eigentümer und Träger beteiligt seien. “Alle sind versicherungstechnisch sehr gut unterwegs. Das gibt uns Spielräume und zwingt zu nichts.” (vwh/td/lie)

Bild: SV-Vorstandschef Ulrich-Bernd Wolff von der Sahl (Quelle: SV)

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