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Kein Versicherungsanspruch nach Judoschlag

04.12.2014 – VersR35Wer bei einem Judoschlag verletzt wird, hat nicht automatisch Anspruch auf Leistungen aus einer privaten Haftpflichtversicherung. Das entschied das OLG Koblenz (Az.: 10 U 235/13). Zum konkreten Fall: ein Jugendlicher ging nach einem Schlag zu Boden und prallte dabei mit dem Kopf auf den Asphaltboden und erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma. Das Gericht kam dabei zu dem Schluss, dass durch die Intensität und Gefährlichkeit des Angriffs auf eine bedingt vorsätzliche Körperverletzung geschlossen werden könne.

So gingen die Richter davon aus, dass man bei einem Faustschlag gegen den Kopf aus kurzer Distanz “nach allgemeiner Lebenserfahrung” mit entsprechenden Verletzungen gerechnet werden müsse. Hinzu kam, dass der versicherte Jugendliche zum Tatzeitpunkt bereits 17 Jahre alt war und bereits seit einiger Zeit intensiv Judo betrieb.

Die Richter vertraten den Standpunkt, dass dadurch auf ein intensiveres “Körperbewusstsein” geschlossen werden könne – auch wenn Brachialgewalt bei Judo eher untypisch sei. Das Gericht ging somit davon aus, dass die Verletzung billigend in Kauf genommen wurde. (vwh/td)

Weitere Entscheidungen in der aktuellen Ausgabe von VersR (35/2014).

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