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Kein Provisionsverbot – Fragen bleiben

23.01.2014 – Null-ProvisionDie Einigung von Vertretern des Europäischen Parlaments, des EU-Rates und der EU-Kommission auf Eckpunkte der neuen Finanzmarktrichtlinie Mifid II (Markets in Financial Instruments Directive) hat ein unterschiedliches Echo ausgelöst. Die Umsetzung von Mifid II soll bis Ende 2016 erfolgen. Dem voraus gehen noch Beratungen der Finanz- und Wirtschaftsminister der EU-Länder.

Als positiv für die Versicherungswirtschaft wird allgemein bewertet, dass anscheinend ein Provisionsverbot für die unabhängige Vermittlung vom Tisch ist. Während dies der Bundesverband Finanzdienstleistung (AfW) und der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) in ersten Erklärungen begrüßen, übt der Verband Deutscher Versicherungs-Makler (VDVM) Zurückhaltung. Der VDVM will sich erst äußern, wenn der Richtlinientext schwarz auf weiß vorliegt. Das entspreche auch der Auffassung des europäischen Verbandes der Versicherungsvermittler (bipar), da es noch eine Reihe von Ungereimtheiten gebe.

Mifid II regelt den Vertrieb von Fonds, Anleihen oder Derivaten durch Banken und Wertpapierfirmen. Gleichzeitig wurde auch eine Änderung der Versicherungsvermittler-Richtlinie IMD1 (Insurance Mediation Directive) beschlossen, die Elemente aus Mifid II enthalten soll, berichtet der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV). IMD1 wird wiederum von IMD2 abgelöst, was nach derzeitigem Stand ebenfalls für 2016 zu erwarten ist. Der GDV kritisiert indes die EU-Entscheidung in einigen Punkten: Mit der Novellierung von IMD 2 gebe es bereits ein Regulierungsvorhaben für den Versicherungsmarkt. Nach Ansicht des GDV führe die gewählte Brückenlösung zu einer Mehrbelastung bei Unternehmen und Vermittlern. Das Vorgehen mache die Umsetzung der Regeln unnötig aufwändig und teuer. Das jetzige, zusätzliche Vorhaben widerspreche einer Regulierung aus einem Guss. Der europäische Versicherungsverband „insurance europe“ springt in die gleiche Bresche und ist der Auffassung, dass der angemessene Platz zur Regulierung aller Versicherungsprodukte, also auch von fondsgebundenen Versicherungen, ausschließlich das überarbeitete IMD 2 sein sollte, betont Generaldirektorin Michaela Koller.

„Durch Mifid II sollen ab 2017 Exzesse an den Finanzmärkten verhindert werden. Provisionen müssen offen gelegt werden, bleiben aber erlaubt“, ist die Sicht der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Dies schütze allerdings nicht ausreichend vor Interessenkonflikten bei den Beratern – und somit nicht vor Falschberatung von Verbrauchern. Kritik kommt auch vom deutschen Fondsverband BVI, der wiederum eine Ungleichbehandlung von Vermittlern von Finanzprodukten gegenüber Versicherungsvermittlern erkannt haben will. Der Vertrieb von Investmentprodukten werde künftig stärker reguliert als bei Lebensversicherungen. (wo)

Foto: So weit ist es zwar noch nicht, aber es gibt noch Klärungsbedarf in Sachen Provision. (Quelle: al)

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