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Kann man Riester und bAV besser verknüpfen?

23.12.2014 – derateru_pixelioVon VWheute-Hauptstadtkorrespondent Manfred Brüss.

Die ergänzende Altersvorsorge in Ergänzung der gesetzlichen Rente, deren Niveau weiter absinken wird, ist ins Stocken geraten. Die Bundesregierung will 2015 zunächst nach Wegen suchen, wie die betriebliche Altersversorgung (bAV) gestärkt werden kann. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) will dabei prüfen lassen, in wie weit man die Riester-Rente besser in die betriebliche Altersversorgung einbinden kann.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Finanzministerium, Michael Meister (CDU), erklärte in Beantwortung einer Kleinen Anfrage des rentenpolitischen Sprechers von Bündnis 90/Die Grünen, Markus Kurth, es werde zeitnah ein Forschungsvorhaben in Auftrag gegeben, um „Optimierungsmöglichkeiten bei den bestehenden steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Förderregelungen der betrieblichen Altersversorgung“ auszuloten.

Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) will nach Wegen zu suchen, wie vor allem kleine und mittlere Betriebe verstärkt in die bAV einbezogen werden können. Heute stellen sich Arbeitnehmer, die im Rahmen der bAV riestern, vergleichsweise schlechter, wenn sie gesetzlich versichert sind, wie das Verbrauchermagazin Finanztip feststellte. Details zur besseren Verknüpfung von Riester und der bAV waren der Antwort des Ministeriums nicht zu entnehmen.

Mit Blick auf die Antwort des Finanzministeriums auf die Kleine Anfrage erklärte Kurth: „Bei Einführung der Riester-Rente hat man alles auf eine Karte gesetzt und dann verloren.“ Die dritte Säule könne das sinkende Rentenniveau der gesetzlichen Rente nicht ausgleichen. „Riester ist in der bisherigen Form am Ende. Wir brauchen jetzt echte Alternativen zu den Privatverträgen.“

Kurth sprach sich erneut für das von den Grünen favorisierte staatlich verwaltete Basisprodukt aus, das günstiger und transparenter sei sowie die Inanspruchnahme erhöhen dürfte. Fakt sei, dass heute von den etwa 34,4 Mio. Riester-Förderberechtigten gerade einmal 16 Mio. einen Vertrag abgeschlossen hätten. Und von diesen Verträgen seien auch noch rund ein Fünftel beitragsfrei gestellt worden. Das Finanzministerium wies darauf hin, dass man die private Altersvorsorge nicht auf Riester reduzieren dürfe.

Festzuhalten sei aber auch, dass fast jeder zweite Riester-Sparer ein Jahreseinkommen von weniger als 20.000 Euro habe. Gerade Geringverdiener erzielten durch das Zulagensystem hohe Förderquoten. Und die hohe Kinderzulage lasse insbesondere Familien von der Riester-Rente profitieren.

Das Ministerium verweist auf Untersuchungen von Finanztest, die zu dem Ergebnis gekommen seien: „Oft nervt die Riester-Rente, doch die Förderung ist unschlagbar.“ Logisch ist, dass bei dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld die staatlichen Zulagen die Rendite stabilisieren. Über einen solchen Stabilisator verfügen alternative Anlagen nicht. (brs)

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