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Junckers Team-Building in der Warteschleife

29.08.2014 – junckerJean-Claude Juncker tritt bei seinem Teambuilding auf der Stelle. Diesen Samstag kommen die „Chefs” in Brüssel erneut zusammen, um über die Nachfolge des Ratspräsidenten Hermann Van Rompuy, Catherine Ashton und Jeroen Dijsselbloem zu entscheiden. Es geht darum, wer künftig den Job von Michel Barnier übernimmt, der für das Versicherungswesen verantwortlich zeichnet.

Ende Juli gelang es den EU-Mitgliedstaaten nicht, ein entsprechendes Personalpaket zu schnüren. Beim letzen Anlauf der Staats- und Regierungschefs war Italiens Premierminister Matteo Renzi mit seiner Forderung gescheitert, die junge russlandfreundliche Außenministerin Federica Mogherini als EU-Außenbeauftragte zu positionieren. Als stärkste Kandidatin gilt aktuell die Bulgarin Kristalina Georgieva.

Als heißeste Anwärterin für die Van Rompuy-Nachfolge wird derweil die dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt gehandelt. Aber auch Polens Premierminister Donald Tusk fordert den Sitz des EU-Außenpolitikers beziehungsweise den Sitz des Ratspräsidenten ein. Neben der regionalen Verteilung der EU-Top-Jobs zwischen Nord- und Südeuropa drängen die osteuropäischen Staaten, vor allem das bevölkerungsreichste Land Polen, prominent in den neuen EU-Institutionen vertreten zu sein.

Jean-Claude Juncker sind derweil bis zum Wochenende die Hände gebunden, und er hat überdies noch ein Frauenproblem. Bisher haben die EU-Mitgliedsstaaten nur acht Frauen unter den Kommissionsanwärtern benannt. In der noch amtierenden Barroso-Kommission sind neun Frauen vertreten. Das EU-Parlament hat angekündigt, dass es die EU-Kommission nicht wählen werde, wenn nicht mindestens erneut neun Frauen im Juncker-Team sind. Belgien und die Niederlande haben ihre Kandidaten noch nicht benannt.

Als recht sicher hingegen gilt die Neubesetzung des Eurogruppenchefs durch den Spanier Luis de Guindos als Nachfolger von Jeroen Dijsselbloem. Wer den amtierenden EU-Binnenmarktskommissar Michel Barnier und die Zuständigkeit für die europäische Assekuranz und das Bankenwesen bekommt, bleibt bis Samstag der Brüsseler Glaskugel vorbehalten.

Das endgültige Kandidatenkarussel wird erst in der neuen Woche allmählich zum Stillstand kommen. Juncker hat unterdessen angekündigt, dass er für seine Teambildung mit ein bis zwei Wochen rechne. Erst dann können die Anhörungen der Kandidaten im EU-Parlament und letzlich die Wahl der gesamten Kommission erfolgen. Dass dieses ausstehende Prozedere einen Neustart zum 1. November – wie geplant – noch möglich macht, glaubt kaum jemand in Brüssel. (taf)

Bildquelle: juncker.epp.eu

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