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IW: Von Sozialabbau kann keine Rede sein

25.09.2015 – Die Sozialausgaben des Bundes ohne die PKV-Pflichtleistungen liegen unter dem Niveau der frühen Nullerjahren, stellt das Institut für Wirtschaft fest. Und trotzdem wollen die Kölner von einem Sozialabbau nicht reden. Denn inflationsbereinigt stünde hier ein Plus von 25 Prozent seit den frühen Neunzigerjahren. Kostentreiber im Sozialbudget: die GKV, die Ihre Ausgaben um fast sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöhten.

Pro Bundesbürger würden pro Kopf und Jahr knapp 9.900 Euro fällig. Im preisbereinigten Vergleich lagen diese laut IW 1990 bei 7.018 Euro. Seit 2009 zählen die Ausgaben der privaten Krankenversicherung (PKV) für Pflichtleistungen wie ärztliche Behandlung und Operationen zum Sozialbudget. Nicht zuletzt deshalb ist die Sozialleistungsquote von 27,1 Prozent im Jahr 2008 auf 30,5 Prozent im Jahr 2009 gesprungen.

Sozialausgaben 2014

(Klicken zum Vergrößern) Grafik: Die größten Zuwächse an Sozialkosten im Vergleich zum Vorjahr (Quelle: IW Köln)

Den größten Ausgabenzuwachs verzeichnete 2014 das Erziehungs- beziehungsweise Elterngeld mit einem Plus von 17,7 Prozent. Ins Gewicht fällt das gleichwohl kaum, weil diese Leistung nicht einmal ein Prozent des Sozialbudgets ausmacht.

Schwerer wiegt die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und bei Mutterschaft. Mit einem Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht dieser Posten aktuell einen Anteil von 4,9 Prozent des Sozialbudgets – im Jahr 2010 lag er noch bei vier Prozent. Hinter dieser Entwicklung verbirgt sich der enorme Beschäftigungszuwachs in Deutschland. (vwh/ku)

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