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IW: Niedrigzins bringt Vermögen ins Gleichgewicht

23.06.2015 – Huether_iwDie Niedrigzinsphase begünstigt eher einen Rückgang der Vermögensungleichheit in Deutschland, will das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln zeigen. Reiche werden immer reicher und Arme immer ärmer? “Eher das Gegenteil ist der Fall”, so die These. Aber: “Der einzige echte Profiteur in Deutschland ist der Staat, der deutlich weniger Zinsen zahlen muss als früher“, sagt IW-Direktor Michael Hüther.

Schon eine Niedrigzinsphase von zehn Jahren – für das IW “nicht ganz unwahrscheinlich” – und eine langsame Rückkehr zum alten Zinsniveau würde ihre Spuren in der Altersvorsorge der Haushalte hinterlassen.

Zur Altersvorsorge macht das IW eine Rechnung auf: Im Referenzszenario gelten eine Verzinsung von drei Prozent vor Steuer und ein Anlagehorizont von 30 Jahren. Bei einer jährlichen Sparleistung von rund 4.000 Euro käme der Haushalt dann nach 30 Jahren auf fast 170.000 Euro, sofern er seine Zinserträge reinvestiert. Bei einem zehnjährigen Niedrigzinsumfeld mit einem Zins von 0,5 Prozent, der dann linear über die kommenden zehn Jahre auf drei Prozent zurückkehrt, müsste der Haushalt seine jährliche Sparrate auf 4.350 Euro erhöhen, um sein Sparziel von 170.000 Euro nach 30 Jahren erreichen zu können. Über die gesamte Sparperiode müsste der Haushalt dann auf rund 12.000 Euro Konsum verzichten.

Die vermögensärmsten zehn Prozent haben meist nur wenige Ersparnisse, dafür höhere Schulden. Sie profitieren, da sie durch die niedrigeren Zinsschulden mehr Geld einsparen als ihnen durch die geringen Guthabenzinsen verloren geht. Die nahezu schuldenfreien Haushalte mit geringem Vermögen stellen sich durch die niedrigen Zinserträge hingegen schlechter. Die reichsten zehn Prozent haben deutlich mehr Spareinlagen als Schulden – bei ihnen überwiegt der Rückgang der Zinserträge den Rückgang der Zinslasten. (vwh/ku)

Bild: IW-Direktor Michael Hüther (Quelle: IW)

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